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Handelsverband Bürowirtschaft 30.01.2016

Analyse der Branche: Transformation zu digitaler Büroarbeit

Dem stetigen Wandel der Büroarbeit vom Papier zur Digitalisierung passte sich im Jahr 2015 die Bürowirtschaft an. Doch rückläufigem Umsatz bei Büropapieren, Ordnen/Archivieren sowie Tinte und Toner steht ein Wachstum in fast allen Produktgruppen gegenüber, die von Menschen persönlich, privat und als Kreative gekauft werden. Dieser Trend den zunehmenden Wunsch vieler Menschen nach Individualisierung. Für das Jahr 2016 erwartet der Handelsverband Bürowirtschaft und Schreibwaren (HBS) eine Fortsetzung dieser Entwicklung.

HBS Jahrespressekonferenz 2016
HBS Jahrespressekonferenz 2016

Der Gesamtumsatz der Branche lag im Jahr 2015 um 3,3 Prozent unter dem Vorjahresumsatz und beträgt nach Berechnungen des Instituts für Handelsforschung (IFH) nun 12,75 Milliarden Euro brutto.

Diese Entwicklung ist allerdings nicht überraschend, sondern der sinkenden Nachfrage in den umsatzstarken Bereichen der Bürokommunikationspapiere, der Registratur und Ablage und der Druckerverbrauchsmaterialien geschuldet. „Hier zeigt sich der Einfluss der Digitalisierung, der Trend zu mobilen Geräten sowie Managed Print Verträge für Drucker und Kopierer, bei denen Verbrauchsmaterialien, Tinte und Toner im Servicevertrag eingeschlossen sind.“ erläutert HBS-Präsident Michael Ruhnau, „die Stärke unserer Unternehmen ist die Prozessoptimierung und die Aufrechterhaltung der jederzeitigen Verfügbarkeit der Systeme.“

Erfreulich ist die Entwicklungen beim Privat- und Schulbedarf. Schreibgeräte, die mit 770 Millionen Euro Umsatz sechs Prozent vom Gesamtmarkt ausmachen, haben ein anhaltendes Umsatzwachstum, im vergangenen Jahr von 9,5 Prozent. Spezialpapiere legten um 3,9 Prozent und grafische Papiere um 1,9 Prozent zu. Der Verkauf von Mal- und Zeichenbedarf ist sogar um 20,7 Prozent gestiegen. Zulegen konnten auch Klebematerial, Produkte zum Planen, Schulen und Präsentieren sowie Ansichts- und Glückwunschkarten. Zurückgegangen ist erwartungsgemäß der Umsatz mit Kalendern.

Die derzeit gute private und gewerbliche Nachfrage ist ambivalent: Bleibt der Mineralölpreis auf dem jetzigen extrem niedrigen Niveau? Kann die deutsche Industrie ihre hohe Exportquote halten? Wie stark wird die Volkswirtschaft durch zunehmende Aufgaben im Bereich Sicherheit, Maßnahmen zur internationalen politischen Stabilisierung und Integration belastet? Die Bürowirtschaft kann sich diesen mittelbaren Herausforderungen ebenso wenig wie dem Wandel der Büroarbeit entziehen. Sie wird sich vielmehr den Nachfrageveränderungen anpassen und gleichzeitig ihre Leistungen weiter verbessern müssen. Konkretere Prognosen seien laut HBS nicht seriös: “Der richtige Umgang mit den individuellen Umfeldgegebenheiten ist vitaler Bestandteil der Planung jedes einzelnen Unternehmens.”
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