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IFH KÖLN / Messe Frankfurt 05.02.2026

Globales Stimmungsbarometer zeigt wachsenden Druck

Mit einem neuen globalen Branchenindex legen das IFH KÖLN und die Messe Frankfurt erstmals ein internationales Stimmungsbarometer für messerelevante Konsumgütersegmente vor. Die Ergebnisse der ersten Erhebungswelle zeichnen ein differenziertes Bild. Die Stimmung in der globalen Konsumgüterindustrie ist stabil, aber verhalten. Politische Unsicherheiten, Preisdruck und schwache Wachstumsimpulse prägen die Einschätzungen vieler Unternehmen.

Der neue IFH-Branchenindex zeigt die aktuelle Stimmung in der globalen Konsumgüterindustrie.
Der neue IFH-Branchenindex zeigt die aktuelle Stimmung in der globalen Konsumgüterindustrie. © Foto: IFH KÖLN

Für den Branchenindex wurden zwischen Dezember 2025 und Januar 2026 insgesamt 945 Aussteller und Besucherinnen und Besucher der Messe Frankfurt aus mehr als 60 Ländern befragt. Der Indexwert liegt bei 100,1 und signalisiert damit ein insgesamt stabiles, jedoch vorsichtiges Marktumfeld. Regional zeigen sich deutliche Unterschiede. Europa bleibt mit einem Wert von 98,9 unter dem internationalen Durchschnitt, während die USA mit 102,5 und Asien mit 105,3 eine deutlich dynamischere Stimmungslage aufweisen.

Ein zentrales Ergebnis betrifft die Auswirkungen politischer Rahmenbedingungen. Fast jeder zweite Befragte geht davon aus, dass politische Maßnahmen das eigene Geschäft negativ beeinflussen. Besonders stark werden Zölle und Handelsbeschränkungen wahrgenommen. Rund 49 Prozent der Aussteller sehen sich konkret von Zöllen betroffen. In den USA liegt dieser Anteil bei 75 Prozent, in Asien bei 58 Prozent und in Europa bei 33 Prozent. Gleichzeitig geben viele Unternehmen an, nur eingeschränkt auf mögliche Änderungen bei Zöllen und Importregelungen vorbereitet zu sein.

Detlef Braun, Geschäftsführer der Messe Frankfurt, ordnet die Ergebnisse ein. „Die Rahmenbedingungen bleiben herausfordernd. Gleichzeitig senden die Unternehmen mit Blick auf ihre eigene Geschäftsentwicklung ermutigende Signale. Das starke Interesse an unseren Leitmessen Ambiente, Christmasworld und Creativeworld bestätigt diese Zuversicht. Zugleich ist der Wunsch der Branche klar. Verlässliche Rahmenbedingungen und mehr unternehmerischer Handlungsspielraum statt zusätzlicher Regulierung.“

Auffällig ist die unterschiedliche Bewertung von Branche und eigenem Unternehmen. Während viele Befragte für die kommenden sechs Monate eher skeptisch auf die Gesamtentwicklung ihrer Konsumgütersegmente blicken, fällt die Einschätzung der eigenen Geschäftslage deutlich positiver aus. Rund 42 Prozent der Aussteller rechnen mit einer stabilen oder verbesserten Entwicklung ihres Unternehmens. Auch bei den Besucherinnen und Besuchern überwiegt die Erwartung eines gleichbleibenden oder moderat positiven Verlaufs.

Dr. Ralf Deckers, Bereichsleiter Strategic Insights & Analytics am IFH KÖLN, sieht darin einen klaren Handlungsauftrag. „Viele Konsumgütersegmente stehen unter starkem Druck. Preiskämpfe, schrumpfende Margen, geopolitische Unsicherheiten und steigende Produktionskosten treffen gleichzeitig aufeinander. Unternehmen, die jetzt ihre Geschäftsmodelle weiterentwickeln, Wertschöpfungsketten widerstandsfähiger aufstellen und notwendige Anpassungen nicht aufschieben, werden diese Phase deutlich besser bewältigen.“

Auch die Wachstumszahlen unterstreichen das vorsichtige Stimmungsbild. In Europa steigen die gesamten Konsumausgaben inklusive staatlicher und unternehmerischer Ausgaben um 1,7 Prozent. Die USA erreichen drei Prozent, Asien 3,7 Prozent. Noch deutlicher fallen die Unterschiede bei den privaten Konsumausgaben aus. Europa liegt hier bei lediglich 0,4 Prozent, während die USA auf 2,7 Prozent und Asien auf 4,6 Prozent kommen. Das weltweite Umsatzvolumen der betrachteten Konsumgütersegmente beläuft sich auf rund 946 Milliarden Euro.

Der neue Branchenindex soll künftig regelmäßig erhoben werden. Ziel ist es, relevante Entwicklungen, Stimmungen und Trends in den Konsumgütersegmenten der Leitmessen Ambiente, Christmasworld und Creativeworld frühzeitig sichtbar zu machen und Unternehmen eine belastbare Grundlage für strategische Entscheidungen zu liefern.
ifhkoeln.de