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Friday, 13. February 2026
Mindspace-Studie 13.02.2026
Gehalt bleibt wichtig. Doch das Büro holt auf. Eine aktuelle Studie von Mindspace zeigt, wie stark Arbeitsplatzgestaltung die Arbeitgeberwahl beeinflusst und warum besonders die Gen Z bereit ist, dafür auf Einkommen zu verzichten.

Wer Fachkräfte gewinnen will, redet gern über Gehalt. Die Mindspace-Studie zeigt, dass viele längst woanders hinschauen. 22,8 Prozent der Befragten würden für ein schöneres und gesünderes Büro auf bis zu 20 Prozent ihres Gehalts verzichten. Bei den 18- bis 29-Jährigen liegt dieser Wert bei 36,9 Prozent. In der Gruppe der 50- bis 64-Jährigen sind es 18,1 Prozent.
Das ist mehr als ein Stimmungsbild. Das ist ein Machtwechsel.
Die repräsentative Civey-Umfrage unter 2.000 Erwerbstätigen aus Unternehmen mit hybriden Modellen zeigt, dass das Büro vom Pflichtort zum Entscheidungsfaktor geworden ist. 42,7 Prozent sagen, dass die Gestaltung ihrer Arbeitsumgebung einen starken oder sehr starken Einfluss auf die Wahl des Arbeitgebers hat. Frauen bewerten diesen Faktor mit 47 Prozent deutlich höher als Männer mit 38,7 Prozent. Mit zunehmendem Alter steigen die Ansprüche weiter.
Das Büro wird damit zum Wettbewerbsinstrument. Nicht als Imagekulisse, sondern als Leistungsraum.
Mehr als die Hälfte der Befragten sieht die Hauptfunktion des Büros im konzentrierten Arbeiten 58,5 Prozent und in kreativen Prozessen 46 Prozent. Wer glaubt, das Office sei nur noch sozialer Treffpunkt, verkennt die Realität. Es geht um Fokus, Austausch, Produktivität.
Die Unterschiede zwischen den Generationen sind deutlich. Jüngere Beschäftigte suchen im Büro stärker Inspiration und Erholung 17,6 Prozent. Ältere verbinden es häufiger mit Zugehörigkeit und Stabilität. Der Raum muss also mehr können als früher. Er muss unterschiedliche Bedürfnisse gleichzeitig bedienen.
Bei den konkreten Anforderungen dominieren funktionale Standards. Ergonomische Möbel, Rückzugsorte, gutes Licht. Design allein reicht nicht. Es geht um Gesundheit und Leistung.
Und dann kommt die Gen Z. Für sie endet das Büro nicht an der Tür. 31,6 Prozent wünschen sich ein Fitnessstudio im direkten Umfeld, 25,7 Prozent Wellnessangebote, 23,8 Prozent Dienstleister wie Friseure. Im Durchschnitt aller Altersgruppen liegen diese Werte deutlich niedriger. Das Büro wird für die Jüngeren zum Ankerpunkt. Arbeit, Alltag und Wohlbefinden verschmelzen.
Peter Demidov, General Manager von Mindspace Germany, bringt es auf den Punkt. „Die Studie zeigt, wie hoch – und wie unterschiedlich – die Erwartungen an moderne Büros sind. Besonders die Gen Z erwartet Orte, die Arbeit, Alltag und Wohlbefinden verbinden. Erfolgreiche Arbeitswelten müssen deshalb Work-Life-Blend ermöglichen und das flexibel, durchdacht und generationengerecht.“
Hybrides Arbeiten hat das Büro nicht geschwächt. Es hat es unter Druck gesetzt. Wer Menschen ins Office holen will, muss einen Grund liefern. Der heißt nicht nur Gehalt. Er heißt Qualität.
Das Büro ist kein Nebenschauplatz mehr. Es ist Teil der Employer Brand. Und für viele offenbar mehr wert als ein Bonus auf dem Konto.
mindspace.me