Handelsverband Koch- und Tischkultur 06.02.2026
Nahezu stabile Umsätze in einem schwierigen Umfeld
Die Branche rund um Tisch und Küche hat sich 2025 als bemerkenswert stabil erwiesen. Nach Berechnungen des Instituts für Handelsforschung Köln erreichte der Markt einen Bruttoumsatz von 5,99 Milliarden Euro und verfehlte damit das Vorjahresniveau nur knapp. Das entspricht einem leichten Minus von 0,2 Prozent. Vor dem Hintergrund der angespannten gesamtwirtschaftlichen Lage wertet der Handelsverband Koch- und Tischkultur das Ergebnis als belastbaren Beleg für die Widerstandsfähigkeit der Branche.

In den einzelnen Segmenten zeigt sich ein differenziertes Bild. Der größte Teilmarkt Cucina mit Küchenausstattung sowie Koch-, Brat- und Backgeschirr kam auf 3,19 Milliarden Euro Umsatz und lag damit ebenfalls 0,2 Prozent unter dem Vorjahr. Das Segment Tavola mit Geschirr, Bestecken und Gläsern verzeichnete einen Rückgang von 1,4 Prozent auf 1,64 Milliarden Euro. Positiv entwickelte sich erneut der Bereich Domus. Wohnaccessoires, Dekoration und Geschenkartikel legten um 1,3 Prozent auf 1,14 Milliarden Euro zu.
Eine zentrale Rolle spielt weiterhin der stationäre Fachhandel. Rund 27 Prozent des Branchenumsatzes werden nach wie vor in Fachgeschäften erzielt. Damit behauptet der inhabergeführte Handel seine Position als wichtigster Distributionskanal, während Internetspezialisten bei einem Marktanteil von rund 11 Prozent stagnieren. Möbelhandel, Lebensmitteleinzelhandel, Kauf- und Warenhäuser sowie SB-Warenhäuser folgen mit deutlich geringeren Anteilen.
Auch die Passantenfrequenzen in den Innenstädten blieben 2025 weitgehend stabil. Laut hystreet.com lagen sie lediglich 0,6 Prozent unter dem Vorjahreswert. Unterschiede zeigen sich vor allem zwischen kleineren und mittleren Städten mit leichten Zuwächsen und großen Metropolen mit rückläufigen Zahlen. Für den Handel bedeutet dies jedoch nicht automatisch stabile Umsätze, da Faktoren wie Verweildauer und Bonhöhe eine zunehmend wichtige Rolle spielen.
Der Ausblick auf 2026 bleibt verhalten. Geopolitische Unsicherheiten, steigende Kosten, der zunehmende Wettbewerbsdruck durch asiatische Onlineplattformen sowie der gestiegene Mindestlohn belasten den Fachhandel. Gleichzeitig gibt es Signale, die Hoffnung machen. Studien prognostizieren für 2026 einen Anstieg der Kaufkraft in Deutschland, wovon insbesondere die wohn- und konsumorientierten Sortimente profitieren könnten. Der Handelsverband Koch- und Tischkultur setzt daher weiter auf enge Zusammenarbeit zwischen Handel und Industrie sowie auf gezielte Dialogformate, um die Branche zukunftsfähig aufzustellen.
hwb.online