YouGov-Befragung zur Orgatec 2026 23.10.2026
Gute Büroausstattung bleibt wichtiger Motivationsfaktor
Mehr Gehalt, bessere Arbeitsplätze und weniger Bürokratie stehen bei Beschäftigten hoch im Kurs. Eine YouGov-Befragung zur Oragtec 2026 (27. bis 30. Oktober 2026) zeigt, welche Faktoren die Motivation und Produktivität beeinflussen und welche Rolle das Büro dabei spielt.

Ein höheres Gehalt bleibt für Beschäftigte in Deutschland der wichtigste Anreiz, sich beruflich stärker zu engagieren. Doch auch die Gestaltung des Arbeitsplatzes hat erheblichen Einfluss auf die Motivation. Das geht aus einer aktuellen YouGov-Befragung im Auftrag der Koelnmesse zur ORGATEC 2026 hervor. Die Ergebnisse liefern zugleich wichtige Hinweise für die Büroeinrichtungsbranche und den Fachhandel.
Für 71,2 Prozent der Befragten wäre ein höheres Gehalt ein Anreiz, sich beruflich stärker einzubringen oder mehr zu leisten. Mit deutlichem Abstand folgen die Wertschätzung durch Vorgesetzte mit 38,5 Prozent, eine angenehme Arbeitsumgebung mit 36,6 Prozent und flexiblere Arbeitszeiten mit 30 Prozent. Bei der Frage nach dem wichtigsten persönlichen Motivationsfaktor entscheiden sich 51,1 Prozent derjenigen, die mindestens einen Anreiz genannt haben, für ein höheres Gehalt.
Die Bedeutung der Arbeitsumgebung geht allerdings über den direkten Vergleich einzelner Motivationsfaktoren hinaus. Insgesamt 63,5 Prozent der Beschäftigten geben an, dass Bürogestaltung, Ausstattung und Atmosphäre ihre Motivation stark oder sehr stark beeinflussen.
Dabei stehen konkrete Anforderungen im Vordergrund. Von den Befragten, deren Motivation durch die Arbeitsumgebung beeinflusst wird, wünschen sich 35,3 Prozent ein angenehmes Raumklima. Jeweils 34,4 Prozent nennen ergonomische Arbeitsplätze und eine gute Ausstattung. Moderne Technik ist für 33,7 Prozent wichtig, während 32,8 Prozent mehr Ruhe und Rückzugsmöglichkeiten bevorzugen.
„Eine gute Arbeitsumgebung muss funktional, vor allem aber auch menschengerecht gestaltet sein. Angenehmes Raumklima, ergonomische Arbeitsplätze, moderne Technik und ausreichend Ruhe schaffen wichtige Voraussetzungen für Motivation, Wohlbefinden, Leistungsfähigkeit und Zusammenarbeit“, erklärt Prof. Dr.-Ing. habil. Sascha Stowasser, Direktor des Instituts für angewandte Arbeitswissenschaft (ifaa).
Für Büroeinrichter und den beratenden Fachhandel bestätigen die Ergebnisse die Bedeutung ganzheitlicher Arbeitsplatzkonzepte. Neben ergonomischen Möbeln gewinnen Raumakustik, Beleuchtung, technische Ausstattung und flexible Rückzugsmöglichkeiten an Bedeutung. Entscheidend ist dabei das Zusammenspiel der unterschiedlichen Komponenten und deren Anpassung an die tatsächlichen Arbeitsabläufe.
Auch bei der Wahl des Arbeitsortes zeigt sich ein differenziertes Bild. 47,7 Prozent der Befragten sehen einen festen Arbeitsplatz beim Arbeitgeber als den Ort, an dem sie am motiviertesten und produktivsten arbeiten können. Weitere 21,1 Prozent bevorzugen einen Wechsel zwischen Büro und Homeoffice. Überwiegend von zu Hause möchten 17 Prozent arbeiten, während 8,2 Prozent wechselnde Arbeitsorte bevorzugen.
Die Ergebnisse sprechen damit weder für eine vollständige Rückkehr ins Büro noch für eine generelle Bevorzugung des Homeoffice. Vielmehr unterscheiden sich die Anforderungen der Beschäftigten deutlich. Unternehmen stehen vor der Aufgabe, Arbeitsumgebungen zu schaffen, die konzentriertes Arbeiten ebenso ermöglichen wie persönliche Begegnungen und Zusammenarbeit.
Überraschend deutlich fallen die Antworten auf die Frage nach möglichen Produktivitätssteigerungen aus. Während der Einsatz künstlicher Intelligenz in vielen Unternehmen diskutiert wird, sehen die Beschäftigten ihre größten Verbesserungspotenziale in der Arbeitsorganisation.
Für 31,5 Prozent gehören effizientere Prozesse und eine bessere Organisation zu den wichtigsten Voraussetzungen, um innerhalb der bestehenden Arbeitszeit produktiver zu werden. 26,3 Prozent nennen weniger Bürokratie und unnötige Abstimmungen, 25,9 Prozent wünschen sich weniger Störungen und Unterbrechungen. Schnellere Entscheidungen und bessere Führung halten 23,5 Prozent für wichtig, eine bessere Zusammenarbeit im Team 20,4 Prozent.
Der Einsatz künstlicher Intelligenz zur Unterstützung der Arbeit wird dagegen lediglich von 8,4 Prozent als einer der wichtigsten Produktivitätsfaktoren genannt.
„Die wichtigsten Ansatzpunkte für produktiveres Arbeiten sehen die Befragten in besserer Organisation, weniger Bürokratie und weniger Unterbrechungen – deutlich häufiger als im Einsatz von KI“, sagt Stowasser.
Für Anbieter von Büroeinrichtungen und Arbeitsplatzausstattung ergibt sich daraus eine klare Anforderung. Investitionen in neue Arbeitsumgebungen müssen sich stärker daran messen lassen, ob sie Arbeitsprozesse unterstützen, Störungen reduzieren und die Zusammenarbeit verbessern. Technische Innovationen allein reichen dafür nicht aus.
Die Ergebnisse der Befragung stehen im Zusammenhang mit den Themen der Orgatec 2026, die vom 27. bis 30. Oktober in Köln stattfindet. Unter dem Leitthema „From rooms to relationships: designing spaces in an ever-changing world“ präsentieren nach Angaben des Veranstalters rund 500 Aussteller aus etwa 40 Ländern Lösungen für moderne Arbeits- und Objektwelten.
Zum Messeprogramm gehören unter anderem die Sonderausstellung zum Eames Pavilion System, der Innovationspreis Architektur+ Office sowie das vom Industrieverband Büro und Arbeitswelt (IBA) initiierte Wherever Whenever – Work Culture Festival. Im Mittelpunkt stehen die Veränderungen der Arbeitswelt und deren Auswirkungen auf die Gestaltung von Büroflächen, Zusammenarbeit und Unternehmenskultur.
Die Befragung wurde vom 1. bis 7. Oktober 2026 durch YouGov im Auftrag der ORGATEC durchgeführt. Befragt wurden 518 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ohne besondere Führungsverantwortung in Deutschland. Die Daten wurden anhand verschiedener demografischer und wirtschaftlicher Merkmale gewichtet. Bei einzelnen Fragen waren Mehrfachnennungen möglich. Ergebnisse für Teilgruppen beruhen auf entsprechend kleineren Befragungsbasen.
orgatec.de