Christian Haeser, HWB: Neue Regeln und neue Rollen?
Mit der EU-Verordnung für entwaldungsfreie Lieferketten und dem europäischen Lieferkettengesetz wächst der regulatorische Druck auf Handel und Industrie. Christian Haeser, Geschäftsführer des Handelsverbandes Wohnen und Büro e. V., ordnet ein, was auf die PBS-Branche zukommt, wo die größten Risiken liegen und welche Rolle dem Fachhandel künftig zukommt.
Herr Haeser, sowohl das europäische Lieferkettengesetz als auch die EUDR sorgen im Handel für Verunsicherung. Wie bewerten Sie aktuell den Stand der beiden Regelwerke aus Sicht des Handels?
Haeser: Der Handel bewegt sich derzeit in einem Spannungsfeld. Die EUDR ist durch – da gibt es nichts mehr zu diskutieren. Die Verschiebung auf Ende 2026 für große Unternehmen und Mitte 2027 für kleinere Betriebe verschafft uns etwas Luft, ändert aber nichts am Grundproblem: Die praktische Umsetzung ist nach wie vor eine Herausforderung.
Beim europäischen Lieferkettengesetz sehe ich eine ähnliche Gemengelage. Die Richtung stimmt, keine Frage. Die Ziele – Menschenrechte schützen, Umweltstandards durchsetzen – sind richtig und wichtig. Aber zwischen politischem Anspruch und betrieblicher Realität liegen momentan noch Welten. Die Omnibus-Verhandlungen zur Vereinfachung zeigen ja, dass auch die EU-Kommission erkannt hat: So, wie es ursprünglich gedacht war, ist es nicht praktikabel. Das führt zu erheblicher Planungsunsicherheit bei unseren Mitgliedern. Unternehmen müssen heute Investitionsentscheidungen treffen, ohne genau zu wissen, welche konkreten Anforderungen in zwei Jahren gelten.
Wo erleben Sie bei Ihren Mitgliedern derzeit die größten Missverständnisse oder Fehleinschätzungen?
Haeser: Ein großes Problem, das wir bei manchen Unternehmen beobachten, ist, dass angesichts der großen Herausforderungen eine Art Ohnmacht eintritt und nicht zeitnah und sukzessiv die nötigen Schritte eingeleitet werden. Manche Unternehmen befinden sich in Lauerstellung und hoffen, dass die EUDR vielleicht doch entfällt oder das doch alles nicht so schlimm wird. Dies kann fatale Folgen haben, wenn man bedenkt, dass die EUDR nur im letzten Moment nicht Ende 2025 in Kraft getreten ist. Wäre dies geschehen, hätten einige Unternehmen ein großes Problem gehabt. Hier hat die EU aber ihrerseits dazu beigetragen, indem sie immer wieder kurzfristige Änderungen vorgenommen hat, was verständlicherweise zu einer großen Verunsicherung, schwieriger Planung und Verdruss der Unternehmen geführt hat. Aus unserer Sicht ist das A und O, dass die Unternehmen sich frühzeitig ein stimmiges Konzept erarbeiten und dies bestenfalls mit ihren Lieferanten abstimmen. Bei der Datenflut sind digitale Prozesse unabdingbar. Diese zu etablieren, fällt vielen KMU-Händlern verständlicherweise schwer. Hier gibt es mittlerweile ein Angebot an Anbietern, die einen dabei unter die Arme greifen können.
Beide Regelwerke verlangen belastbare Daten, systematische Risikoanalysen und konkrete Maßnahmen zur Risikominimierung. Und viele unterschätzen komplett, was das organisatorisch und finanziell bedeutet. Wir reden hier nicht über ein paar zusätzliche Formulare, sondern über grundlegende Prozessanpassungen. Da braucht es neue IT-Systeme, geschultes Personal, geänderte Verträge mit Lieferanten. Ein mittelständisches Handelsunternehmen muss dafür oft fünf- bis sechsstellige Beträge investieren – zusätzlich zum laufenden Aufwand für die Dokumentation.
Die EUDR verlangt eine lückenlose Rückverfolgbarkeit bestimmter Rohstoffe. Wie realistisch ist diese Anforderung für Handelsunternehmen in der Wohn-, Büro- und PBS-Branche?
Haeser: Seien wir ehrlich: Für große, vertikal integrierte Unternehmen ist das machbar, weil sie die Strukturen haben, die IT-Systeme und die Ressourcen. Aber der klassische mittelständische Händler in der PBS-Branche? Der hat oft keinen direkten Draht zum Produzenten in Südostasien oder Südamerika.
Der kauft bei einem Importeur, der von einem Großhändler bezieht, der wiederum bei einem Hersteller einkauft. Und dieser Hersteller verarbeitet Rohstoffe von verschiedenen Zulieferern. Da sind schnell vier, fünf Stufen dazwischen. Ohne funktionierende digitale Systeme und standardisierte Schnittstellen wird das nicht gehen. Die Daten müssen durch die gesamte Kette fließen können.
Deshalb brauchen wir dringend praktikable Lösungen – und zwar welche, die auch für kleinere Unternehmen bezahlbar und handhabbar sind.
Welche Aufgaben liegen dabei konkret beim Händler, und wo sehen Sie Industrie und Importeure klar in der Pflicht?
Haeser: Lassen Sie mich das klar sagen: Der Handel übernimmt Verantwortung für das, was er prüfen und beeinflussen kann. Wir müssen vorliegende Informationen bewerten, Risiken einordnen und transparent kommunizieren. Wenn ein Händler Hinweise auf Probleme in der Lieferkette erhält, muss er handeln – keine Frage. Aber die Primärdaten – Herkunftsnachweise, Geodaten, Produktionsbedingungen – die müssen von Herstellern und Importeuren kommen.
Der Handel ist typischerweise nicht der „First Placer“, der ein Produkt erstmals in den EU-Markt bringt. Das sind meist die Importeure oder Hersteller. Und genau die müssen die Sorgfaltserklärungen abgeben, die umfassenden Risikoanalysen durchführen. Die jüngsten Vereinfachungen bei der EUDR haben das ja auch anerkannt.
Die weitere Kette, unter die in der Regel der Handel fällt, muss nur noch die Referenznummer der Sorgfaltserklärung vorhalten. Anders verhält es sich, wenn beispielsweise ein Händler ein Produkt aus China bezieht und dies direkt dem Markt zur Verfügung stellt. Dann wäre der Händler in diesem Fall selbst der Erstinverkehrbringer und müsste dementsprechend allen Verpflichtungen nachkommen.
Beim europäischen Lieferkettengesetz geht es nicht nur um Umweltfragen, sondern auch um soziale Standards. Wie gut ist der Handel heute überhaupt in der Lage, solche Risiken in internationalen Lieferketten zu erkennen?
Haeser: Da sind wir noch nicht da, wo wir sein müssten. Viele Handelsunternehmen haben bisher wenig Erfahrung mit strukturierten Risikoanalysen zu Menschenrechten oder sozialen Standards. Das liegt nicht am mangelnden Willen – das Problem ist, dass die Strukturen und das Know-how fehlen.
Anders als bei der EUDR muss man hier aber auch klar sagen, dass laut aktueller Fassung nur die großen Unternehmen (5 000 Beschäftigten und einem Mindestumsatz von 1,5 Milliarden Euro) betroffen sind. Diese verfügen selbstverständlich über andere Möglichkeiten.
Eine Überprüfung soll risikobasiert in zwei Schritten erfolgen: Zunächst führen betroffene Unternehmen eine allgemeine Risikoabgrenzung auf Basis angemessen verfügbarer Informationen durch, um Bereiche zu identifizieren, in denen negative Auswirkungen am wahrscheinlichsten und am schwerwiegendsten sind. Anschließend erfolgt eine vertiefte Prüfung genau in diesen Bereichen. Eine Unterscheidung zwischen direkten und indirekten Geschäftspartnern ist nicht vorgeschrieben; bei gleich schweren oder gleich wahrscheinlichen Risiken dürfen Unternehmen jedoch zunächst direkte Geschäftspartner priorisieren.
Es ist sehr zu begrüßen, dass jüngst die Frist zur Umsetzung um ein weiteres Jahr auf den 26. Juli 2028 verschoben wurde. Demnach müssen betroffene Unternehmen die neuen Vorgaben ab Juli 2029 einhalten.
Reicht Transparenz über Vorlieferanten aus oder braucht es neue Formen der Zusammenarbeit entlang der Kette?
Haeser: Transparenz ist die Grundlage, aber nicht das Endziel. Wir brauchen echte Zusammenarbeit – und die geht weit über das klassische Besteller-Lieferanten-Verhältnis hinaus. Risiken in Lieferketten lassen sich nicht mit Fragebögen wegverwalten. Ich kann meinen Lieferanten noch so viele Excel-Listen schicken – wenn er nicht versteht, warum das wichtig ist, oder nicht die Kapazitäten hat zu antworten, bringt das nichts.
Es braucht verlässliche Partnerschaften, gemeinsame Standards und vor allem: offene Kommunikation. Wenn ein Zulieferer Probleme hat, bestimmte Nachweise zu erbringen, müssen wir ihm helfen – nicht einfach den Vertrag kündigen.
Nur so können wir Probleme frühzeitig erkennen und auch tatsächlich lösen. Das erfordert ein anderes Mindset. Wir müssen von der reinen Transaktionsbeziehung zur strategischen Partnerschaft kommen. Das kostet Zeit und Geld, aber es ist der einzige Weg, wie nachhaltige Lieferketten funktionieren können. Und: Es braucht auch branchenübergreifende Initiativen. Wenn mehrere Abnehmer gemeinsam an einen Lieferanten herantreten, hat das eine ganz andere Wirkung.
Nachhaltigkeit soll alltagstauglich und bezahlbar bleiben. Wo geraten Regulierung, Kosten und Kundenerwartungen aus Ihrer Sicht besonders in Konflikt?
Haeser: Der Konflikt zeigt sich überall da, wo regulatorische Anforderungen zusätzliche Kosten verursachen, die sich am Markt kaum durchsetzen lassen. Kunden erwarten nachhaltige Produkte – das zeigen alle Umfragen. Aber wenn es konkret wird, wenn das Notizbuch etwas mehr kostet, weil die Compliance-Kosten umgelegt werden müssen, dann wird es schwierig.
Für Unternehmen bedeutet das: Sie müssen in Compliance investieren, ohne ihre Wettbewerbsfähigkeit zu gefährden. Das ist ein Drahtseilakt, besonders für kleinere und mittlere Händler. Die können nicht wie große Ketten über Skaleneffekte die Mehrkosten abfedern. Ein Fachhändler mit zwei, drei Filialen muss prozentual deutlich mehr investieren als ein Filialunternehmen mit hundert Standorten.
Hinzu kommt: Online-Anbieter aus Drittstaaten, die nicht unter die EU-Regelungen fallen oder diese umgehen, haben einen Kostenvorteil. Das schafft unfairen Wettbewerb. Wenn ein deutscher Händler penibel alle Vorgaben erfüllt und dafür höhere Preise verlangen muss, während über chinesische Plattformen Produkte ohne jede Kontrolle verkauft werden, dann haben wir ein Problem. Hier braucht es auch ein Level Playing Field – gleiche Regeln für alle.
Gibt es konkrete Produktbereiche, in denen dieser Zielkonflikt bereits heute spürbar wird?
Haeser: Ganz konkret: bei papier- und holzbasierten Produkten. Die stehen im Fokus der EUDR und sind gleichzeitig hochgradig preissensitiv. Ein Collegeblock, ein Ordner, ein Bilderrahmen – das sind keine Hochpreisprodukte, bei denen sich problemlos Mehrkosten aufschlagen lassen.
Herkunftsnachweise, Risikoanalysen, Dokumentation – das alles kostet Geld. Jede Charge muss dokumentiert werden, für jede Lieferung brauchen Sie eine Sorgfaltserklärung. Das bindet Personal, das braucht IT-Kapazitäten. Und diese Kosten lassen sich nicht einfach eins zu eins weitergeben. Das trifft den Handel unmittelbar, vor allem im PBS-Bereich!
Händler werden zunehmend zu Erklärern komplexer Nachhaltigkeitsanforderungen. Welche Rolle kann und sollte der Fachhandel realistisch übernehmen?
Haeser: Fachhandel wird zunehmend zum Übersetzer zwischen Regulierung und Kunde. Er muss erklären können, warum bestimmte Produkte besondere Anforderungen erfüllen müssen und was Nachhaltigkeit konkret bedeutet. Das ist eine neue Rolle, die vielen Händlern nicht unbedingt leichtfällt. Früher ging es vor allem um Produkteigenschaften, Preis und Verfügbarkeit. Heute kommt die Nachhaltigkeitsdimension dazu.
Aber – und das ist mir wichtig – der Handel darf nicht zum alleinigen Träger dieser Verantwortung werden. Wir können beraten, aufklären, vermitteln. Aber wir sind keine Nachhaltigkeits-Auditoren. Beratung funktioniert nur, wenn die Informationen belastbar und verständlich aufbereitet sind. Wenn ich meinen Kunden etwas erkläre, muss ich mich darauf verlassen können, dass die Grundlage stimmt.
Deshalb brauchen wir von der Industrie klare, einfache Informationen: Siegel, die verständlich sind. Labels, die nicht Verwirrung stiften. Herkunftsangaben, die nachprüfbar sind. Und am Point of Sale brauchen wir Materialien, die wir nutzen können – QR-Codes, die zu Nachhaltigkeitsinformationen führen, Broschüren, Erklärvideos. Der Handel kann viel leisten, aber er kann nicht die gesamte Kette transparent machen. Das muss gemeinsam passieren.
Welche Unterstützung erwarten Sie dabei konkret von Politik oder Industrie?
Haeser: Wir brauchen klare, praxistaugliche Leitfäden. Einheitliche Standards, die nicht jedes Unternehmen neu erfinden muss. Und digitale Lösungen, die auch für mittelständische Betriebe nutzbar sind – nicht nur für Konzerne mit großen IT-Abteilungen. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung hat da schon gute Arbeit geleistet mit ihren EUDR-Webinaren und FAQ. Aber es braucht mehr: Branchenspezifische Handreichungen, Muster-Sorgfaltserklärungen, Checklisten.
Verbände können hier Orientierung geben und Wissen bündeln. Wir können Best Practices teilen, gemeinsame Lösungen entwickeln, Erfahrungsgruppen organisieren. Wir können auch gegenüber der Politik die praktischen Probleme benennen und auf Korrekturen drängen.
Die Politik muss realistische Zeitpläne setzen und nachsteuern, wo es hakt. Die Verschiebungen bei EUDR und CSDDD waren richtig – aber es muss auch danach weitergehen mit pragmatischen Vereinfachungen. Nicht die Ziele aufweichen, aber die Umsetzung praktikabel machen.
Und die Industrie muss die nötigen Daten liefern. Ohne Kooperation der Hersteller und Importeure geht gar nichts. Die müssen ihre Hausaufgaben machen – und zwar rechtzeitig. Nur im Zusammenspiel aller Beteiligten funktioniert das System. Wir sind alle in einem Boot.
_Der Handelsverband Wohnen und Büro begleitet seine Mitglieder durch diese Veränderungen. Welche Schwerpunkte hat der HWB im
vergangenen Jahr bei den Themen Lieferkette und Nachhaltigkeit gesetzt?_
Haeser: Wir haben im vergangenen Jahr stark auf Information und Einordnung gesetzt. Durch Webinare, Positionspapiere und den direkten Dialog mit Politik und Industrie. Unser Ziel war, Unsicherheit abzubauen und unsere Mitglieder frühzeitig auf die kommenden Anforderungen vorzubereiten.
Konkret haben wir mehrere, beispielsweise mit der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), EUDR-Webinare durchgeführt, in denen wir die Verordnung erklärt und Praxisfragen beantwortet haben. Wir haben Positionen zur EU-Lieferkettenpolitik erarbeitet. Und wir haben uns in Brüssel und Berlin dafür eingesetzt, dass die Stimme des Handels gehört wird. Außerdem haben wir die Themen intensiv in unseren Arbeitskreisen, an denen auch Vertreter aus der Industrie anwesend sind, erörtert und diskutiert. Hierbei war der Austausch zwischen Handel und Industrie sehr wertvoll, um gegenseitiges Verständnis zu schaffen und gemeinsame Lösungsansätze zu eruieren.
Gerade bei komplexen Regelwerken wie EUDR und Lieferkettengesetz ist es wichtig, nicht nur zu informieren, sondern auch zu übersetzen: Was bedeutet das konkret für mein Geschäft? Welche Produkte sind betroffen? Welche Pflichten habe ich als Händler? Was kann ich von meinen Lieferanten verlangen? Diese praktischen Fragen stehen bei unserer Arbeit im Mittelpunkt.
Welche Formate, Veranstaltungen oder Arbeitshilfen wollen Sie 2026 gezielt fortführen oder ausbauen?
Haeser: Wir werden den Fokus auf Arbeitskreise, Informationsveranstaltungen und digitale Informationsformate legen. Der Erfahrungsaustausch unter Händlern ist dabei zentral – oft lernt man am meisten von Kollegen, die ähnliche Herausforderungen haben.
Besonders wichtig sind konkrete Handlungshilfen, die sich im Tagesgeschäft umsetzen lassen. Keine theoretischen Abhandlungen, sondern handfeste Werkzeuge. Wir wollen auch digitale Tools evaluieren und unseren Mitgliedern Empfehlungen geben, welche Softwarelösungen sich bewährt haben.
Außerdem werden wir den Dialog mit der Industrie intensivieren. Wir brauchen gemeinsame Lösungen – der Handel allein kann das nicht stemmen. Und wir werden weiter politisch aktiv bleiben, um sicherzustellen, dass die Regelwerke praxistauglich umgesetzt werden. Die Omnibus-Verhandlungen sind ein gutes Beispiel: Hier geht es darum, Bürokratie abzubauen, ohne die Ziele zu verwässern. Genau solche Entwicklungen müssen wir begleiten.
Abschließend gefragt: Wie sehen Sie die Entwicklung der Fachmessen und ihre Bedeutung für den Fachhandel, etwa Spielwarenmesse, Ambiente oder Orgatec?
Haeser: Fachmessen bleiben zentrale Orte für Orientierung und persönlichen Austausch. Gerade in Zeiten wachsender Regulierung und zunehmender Komplexität wird das sogar wichtiger. Hier kann man Trends einordnen, Lieferanten direkt befragen und Netzwerke pflegen. Wo sonst haben Sie die Möglichkeit, mit Ihren wichtigsten Lieferanten drei Tage am Stück intensiv zu sprechen?
Für den Fachhandel sind Messen wie Spielwarenmesse, Ambiente oder Orgatec kein Nice-to-have, sondern ein strategisches Instrument. Da wird Geschäft gemacht – aber auch Vertrauen aufgebaut. Und genau das brauchen wir in komplexen Lieferketten: Vertrauen. Sie können nicht per E-Mail dieselbe Verbindung aufbauen wie im persönlichen Gespräch.
Messen sind auch ein Ort, an dem Branchenthemen diskutiert werden. Wo man erfährt, wie andere mit EUDR und Lieferkettengesetz umgehen. Wo man von Best Practices lernt. Die Orgatec etwa ist für die Bürowirtschaft unverzichtbar – hier zeigt sich, wie sich Arbeitswelten verändern, und das hat direkte Auswirkungen auf unser Sortiment. Spielwarenmesse und Ambiente sind ähnlich zentral für ihre jeweiligen Bereiche. Diese Messen werden bleiben – weil sie einen Mehrwert bieten, den digital nicht zu ersetzen ist.
Herr Haeser, vielen Dank.

Handelsverband Wohnen und Büro e. V.
Der Handelsverband Wohnen und Büro (HWB) vertritt den deutschen Fachhandel in den Branchen Möbel & Küchen, Büro und Schreibkultur sowie Koch- und Tischkultur. Der HWB ist die Dachorganisation des Handelsverbandes Möbel und Küchen (BVDM), des Handelsverbandes Büro und Schreibkultur (HBS) sowie des Handelsverbandes Koch- und Tischkultur (GPK). Er ist die berufspolitische und fachliche Interessenvertretung des Fachhandels der entsprechenden Branchen in Deutschland. Der Verband vertritt die Interessen von rund 15 000 Unternehmen.
Christian Haeser ist Volljurist mit Schwerpunkt auf Arbeits- und Europarecht. Nach seinem Studium der Rechtswissenschaften und dem erfolgreichen Abschluss des 1. und 2. Staatsexamens begann er seine berufliche Laufbahn als Referent in verschiedenen Verbänden in Brüssel, darunter der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) und die Bundesvereinigung Bau (BVB). Von 2009 bis 2019 war er in der Geschäftsleitung des Bundesverbandes Mineralische Rohstoffe e.V. (MIRO) tätig. Seit 2020 ist Haeser Geschäftsführer des Handelsverbandes Wohnen und Büro e.V. (HWB) in Köln. Zudem engagiert er sich in mehreren gemeinnützigen Organisationen, darunter United Europe e.V., das Deutsche Kinderhilfswerk e.V. und die Tafel Deutschland e. V.
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