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Global Notes 3-4 2024

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PBS Report 02.04.2024

Durchbruch in der nachhaltigen Produktion mit PCR-Aluminium

Per Ledermann, CEO der Edding-Gruppe, erläutert im Interview mit dem PBS Report (3-4 2024) den strategischen Schwerpunkt des Unternehmens auf ökologische und soziale Nachhaltigkeit, insbesondere durch die Umstellung auf recyceltes Aluminium (PCR-Aluminium) für die Herstellung ihrer Permanentmarker. Diese Neuerung markiert einen Durchbruch in der nachhaltigen Produktion. Für das Flaggschiffprodukt, den Edding 3000, wurde der Produktionsprozess bereits auf PCR-Aluminium umgestellt, was eine signifikante CO2-Einsparung bedeutet.

Per Ledermann,  CEO der Edding AG
Per Ledermann, CEO der Edding AG

Der Übergang zu PCR-Aluminium, der für den Großteil der Produkte bis Ende 2024 erwartet wird, spiegelt Eddings Engagement für die Umwelt wider und wird durch eine Recycling-Vignette auf den Produkten kommuniziert. Die Edding-Gruppe plant, ihre Nachhaltigkeitsbemühungen durch weitere Initiativen, einschließlich sozialer Projekte, auszubauen. Per Ledermann, CEO der Edding AG, erklärt im Interview die Strategie, die hinter diesem Projekt steckt.

Gemeinsam mit seinem Partner Linhardt hat Edding in den letzten Monaten bedeutende technische Fortschritte bei der Materialumstellung erzielt, sodass Anfang dieses Jahres für den Edding 3000 in den meistverkauften Farben der Produktionsprozess auf 100 Prozent Post-Consumer-Recycling-Aluminium umgestellt werden konnte. Das verwendete PCR-Aluminium wird unter anderem aus alten Hochspannungskabeln und Druckplatten gewonnen, um eine hohe Reinheit des Materials für die Qualität des Endprodukts gewährleisten zu können. Der Verbrauch natürlicher Ressourcen wird durch das Recycling- Material stark verringert und der CO2e-Fußabdruck reduziert. Im Vergleich zu neuem Aluminium spart die Verwendung von PCR-Aluminium ca. 92 Prozent CO2e ein.

Edding hat sich für den Start der Materialumstellung bewusst für sein bekanntestes Produkt, den Edding 3000 Permanentmarker, entschieden, da so eine besonders große Zielgruppe vom Umstieg auf recyceltes Aluminium profitieren kann. Nach und nach werden alle anderen Marker mit Aluminiumschaft, wie zum Beispiel der Edding 250 Whiteboardmarker, umgestellt. Edding geht davon aus, dass bis Ende 2024 der Großteil der Produkte mit PCR-Aluminium angeboten werden kann. Im Interesse der Umwelt werden die alten Bestände so weit wie möglich aufgebraucht, bevor die neue Ware in den Handel kommt.

Eine Recycling-Vignette wird die Produkte aus dem neuen Material kennzeichnen und für Differenzierung sorgen. Die Kommunikation erfolgt schrittweise, auf der Ambiente in Frankfurt wurden erste Muster des neuen Edding 3000 gezeigt und das Konzept dem Handel vorgestellt. Parallel dazu werden Social Media Content, Videos, Keyvisuals und vieles mehr entwickelt. Später ergänzen Maßnahmen zur Unterstützung des Handels am Point of Sale sowie Online-Aktivitäten das Kommunikationspaket.s

Herr Ledermann, könnten Sie näher darauf eingehen, welche Herausforderungen und technischen Hürden bei der Umstellung auf Post-Consumer-Recycling-Aluminium (PCR) in Zusammenarbeit mit Ihrem Partner Linhardt bewältigt werden mussten, und wie diese die Entwicklungszeit des Projekts beeinflusst haben?
Ledermann: Der Umstellung auf PCR-Aluminium ist ein langer Entwicklungsprozess vorausgegangen. Die Herausforderung bestand darin, das richtige Material für die Produktion unserer Marker zu finden und sicherzustellen, dass die Belieferung damit auch zukünftig stabil bleibt. Insgesamt haben wir zusammen mit unserem Partner Linhardt ca. zwei Jahre gebraucht, um die Voraussetzungen für die Umstellung der Produktion zu schaffen. Die Aluminiumhülsen unserer Marker sind sehr dünnwandig und werden durch Kaltumformung hergestellt. Das Problem war, dass Recycling-Aluminium oft nicht für die Produktion so dünnwandiger Gegenstände geeignet ist. Durch die Verwendung von PCR-Aluminium unter anderem aus alten Hochspannungskabeln und Druckplatten kann eine hohe Reinheit des Materials für die Qualität des Endprodukts gewährleistet werden.

Eine weitere Herausforderung sehen wir in der Einführung der neuen Produkte im Handel, da zunächst die alten Bestände so weit wie möglich aufgebraucht werden, bevor die neue Ware in den Handel kommt. Wir starten zunächst mit dem Edding 3 000 in den wichtigsten Farben und gehen davon aus, dass bis Ende 2024 der Großteil unserer Permanent- und Whiteboardmarker mit PCR-Aluminium angeboten werden kann.

Angesichts der ambitionierten Ziele der Edding Gruppe, die CO2e-Emissionen durch die Umstellung auf PCR-Aluminium erheblich zu reduzieren, wie planen Sie, diese Nachhaltigkeitsbemühungen weiter auszubauen, und welche weiteren Schritte sind für die Transformation hin zu einem sinnökonomischen Unternehmen vorgesehen?
Ledermann: Unser erklärtes Ziel ist, der Umwelt und Gesellschaft langfristig mehr zurückzugeben als für die Existenz und Weiterentwicklung des Unternehmens an Ressourcen benötigt wird. Die Basis dafür bilden ökologische, soziale, ökonomische sowie interne Nachhaltigkeitsziele. Wie Sie schon angesprochen haben, wollen wir in den nächsten drei Jahren mindestens 3 000 Tonnen CO2e-Emissionen einsparen. Einen großen Anteil daran wird die Umstellung auf PCR-Aluminium haben, im Vergleich zu neuem Aluminium spart die Verwendung von PCR-Aluminium ca. 92 Prozent CO2e ein. Indem der Abbau von Aluminiumbauxit vermieden wird, werden zudem natürliche Ressourcen und Lebensräume geschont.

Parallel dazu werden in diesem Jahr weitere Kunststoffschäfte von Edding Produkten aus dem Werk in Bautzen auf 100 Prozent recyceltes Polypropylen umgestellt. Auch für unsere Verpackungslösungen suchen wir nach möglichst umweltfreundlichen Alternativen, wie beispielsweise Blister ohne Kunststoffanteile.

Ein weiterer großer Meilenstein, um im Rahmen der profit-for-Strategie noch stärker soziale Verantwortung zu übernehmen, ist unsere Kooperation mit Share. Anfang dieses Jahres haben wir exklusiv die vertriebliche Verantwortung für das gesamte Schreibwarensortiment von Share übernommen. Jedes verkaufte Produkt unterstützt gleichzeitig ein soziales Projekt weltweit. So wird mit jedem verkauften Schreibwarenprodukt eine Unterrichtsstunde für ein Kind in Uganda finanziert. In den kommenden drei Jahren sollen so voraussichtlich 5 Millionen Schulstunden für Kinder ermöglicht werden.

Wie reagieren Ihre Kunden und der Handel auf die Umstellung des Edding 3000 auf recyceltes Aluminium, und welche Rolle spielt die geplante Recycling-Vignette bei der Differenzierung Ihrer Produkte im Markt?
Ledermann: Das Thema Nachhaltigkeit und Umwelt rückt immer mehr in den Mittelpunkt unserer Gespräche mit dem Handel, es war auch eines der großen Themen auf der Ambiente. Im Bereich B2B steht Nachhaltigkeit bei allen Handelspartnern an erster Stelle. Wir werden seit Jahren als Frontrunner in dem Bereich wahrgenommen und bekommen beispielsweise mit unserer Ecoline-Serie bei unseren Handelspartnern in Katalogen und Online-Angeboten gute Sichtbarkeit.

Das neue Material unserer Klassiker, der Permanentmarker aus Aluminium und unsere langfristigen Ziele, die wir damit verfolgen, werden vom Handel sehr begrüßt. Gerade auf der Ambiente haben wir nur positive Rückmeldungen erhalten. Die Handelspartner sind begeistert von dem hohen Wirkungsgrad für die Umwelt, den wir durch die Umstellung des Materials erreichen können und möchten unsere Ziele durch eigene Kommunikationsmaßnahmen unterstützen. Wichtig ist, den Endverwendern deutlich zu machen, dass auch vermeintliche kleine Schritte, wie der Kauf eines nachhaltigen Markers, einen wichtigen Beitrag im Sinne der Umwelt leisten.

Auch im Bereich B2C ist Nachhaltigkeit ein wichtiges Thema. So wird zum Beispiel der „Erdüberlastungstag“ bei einigen Handelspartnern thematisiert, wo wir die Möglichkeit der Platzierung unserer Produkte in Verbindung mit der Einsparung der CO2e-Emissionen haben. Die neue Recycling-Vignette sorgt zum Beispiel auf unserem edding 3 000 in Zukunft dafür, dass die Verbraucher im Handel auf den ersten Blick erkennen, dass der Marker aus PCR-Aluminium besteht.

Herr Ledermann, vielen Dank.
www.edding.de

(PBS Report 3-4 2024 Seite 22)

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