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ifo Institut 31.10.2025

Wirtschaftliche Unsicherheit erreicht neuen Höchststand

Laut aktueller ifo Auswertung fällt es immer mehr Unternehmen schwer, ihre Geschäftsentwicklung einzuschätzen. Im Oktober meldeten fast 78 Prozent der Firmen Planungsprobleme – ein deutlicher Anstieg gegenüber den Vormonaten.

Dr. Klaus Wohlrabe, Stellvertretender Leiter des ifo Zentrums für Makroökonomik und Befragungen und Leiter Befragungen
Dr. Klaus Wohlrabe, Stellvertretender Leiter des ifo Zentrums für Makroökonomik und Befragungen und Leiter Befragungen

Die wirtschaftliche Unsicherheit in Deutschland nimmt weiter zu. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des ifo Instituts im Rahmen der monatlichen Konjunkturumfrage. Im Oktober 2025 gaben 77,8 Prozent der befragten Unternehmen an, dass es ihnen schwer oder eher schwerfällt, ihre zukünftige Geschäftsentwicklung zu prognostizieren. Im September lag der Anteil noch bei 75,4 Prozent, im Juni bei 72,2 Prozent. Damit erreicht die Unsicherheit den zweithöchsten Stand seit der Corona-Pandemie.

„Die Unternehmen sehen sich vielen geopolitischen Risiken ausgesetzt“, erklärt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo Umfragen. „Zudem sendet die Politik im Moment keine klaren Signale im angekündigten Herbst der Reformen.“

Besonders stark betroffen ist die Industrie: Hier fällt es knapp 90 Prozent der Firmen schwer, die eigene Geschäftsentwicklung abzuschätzen. Doch auch in anderen Branchen zeigt sich ein ähnliches Bild. Im Handel lag der Anteil der unsicheren Unternehmen im Oktober bei 85,3 Prozent, im Baugewerbe bei 72,7 Prozent und bei den Dienstleistern bei knapp 70 Prozent.

Das ifo Institut wertet die Ergebnisse als Hinweis auf die anhaltend hohe wirtschaftliche Nervosität. Seit der Corona-Pandemie liegt das Unsicherheitsniveau deutlich über den historischen Tiefstwerten: Vor 2020 lag es in der Industrie bei 74,1 Prozent, im Dienstleistungssektor bei 46,2 Prozent, im Handel bei 67,5 Prozent und im Baugewerbe bei 32,6 Prozent. Sollte das angekündigte Infrastrukturpaket konkrete Formen annehmen, könnte sich die Lage im Bau zumindest leicht entspannen.
ifo.de