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Berberich Papier 16.04.2026

Erster E-Lkw markiert Logistikumbau

Mit dem ersten vollelektrischen eActros 600 startet Berberich Papier den Umbau seiner Logistik. Der neue E-Lkw soll Emissionen, Energieverbrauch und Lärm deutlich senken und wird zum sichtbaren Baustein der Dekarbonisierungsstrategie.

Mit dem ersten vollelektrischen eActros 600 treibt Berberich Papier die Dekarbonisierung seiner Logistik konsequent voran. Der neue E-Lkw ist seit Mitte April 2026 im operativen Einsatz und soll Energieverbrauch sowie CO₂-Emissionen im Lieferverkehr deutl
Mit dem ersten vollelektrischen eActros 600 treibt Berberich Papier die Dekarbonisierung seiner Logistik konsequent voran. Der neue E-Lkw ist seit Mitte April 2026 im operativen Einsatz und soll Energieverbrauch sowie CO₂-Emissionen im Lieferverkehr deutl

Mit der Auslieferung des ersten vollelektrischen eActros 600 am 14. April 2026 am Standort Abstatt hat die Carl Berberich GmbH einen wichtigen Schritt beim Umbau ihrer Logistik vollzogen. Übergeben wurde das Fahrzeug von Assenheimer + Mulfinger. Für den Papiergroßhändler ist die Investition mehr als die Inbetriebnahme eines neuen Nutzfahrzeugs. Sie markiert den Einstieg in einen umfassenden Transformationsprozess, der sowohl die eigene Unternehmensverantwortung als auch die Anforderungen von Kunden und Mitarbeitenden in Richtung klimafreundlicher Lieferketten neu ausrichtet.

Der eActros 600 ist für diese Rolle strategisch passend gewählt. Das Fahrzeug erreicht laut Herstellerangaben Reichweiten von bis zu 500 Kilometern ohne Nachladen und ist damit auch für anspruchsvolle regionale und überregionale Logistikaufgaben geeignet. Hinzu kommen kurze Ladezeiten durch Megawatt Charging sowie ein elektrischer Antriebsstrang mit einer Spitzenleistung von 600 kW. Für den täglichen Einsatz in der Distributionslogistik sind zudem die langlebige LFP-Batterietechnologie, moderne Sicherheits- und Assistenzsysteme sowie der deutlich leisere und vibrationsärmere Fahrkomfort entscheidende Faktoren.

Jan Krämer, Verkäufer bei Assenheimer + Mulfinger, ordnet die Marktentwicklung klar ein. „Wir verzeichnen bereits seit ein, zwei Jahren eine deutlich steigende Nachfrage, die durch die Folgen des Irankriegs noch einmal zusätzlich beflügelt wurde.“

Besonders relevant für die Branche sind die konkreten Einsparpotenziale, die Berberich für den Einsatz berechnet hat. Auf Basis einer jährlichen Fahrleistung von 80.000 Kilometern liegt der Dieselverbrauch eines vergleichbaren Actros bei rund 22.400 Litern pro Jahr. Das entspricht einem Energiebedarf von 224.000 kWh. Der eActros 600 benötigt unter denselben Bedingungen rund 89.600 kWh jährlich. Daraus ergibt sich eine Energieeinsparung von 134.000 kWh pro Jahr, was rund 60 Prozent entspricht.

Hinzu kommt der Bezug von Strom aus vollständig erneuerbaren Energien. Damit fährt das Fahrzeug im Einsatz bei Berberich lokal wie bilanziell emissionsfrei. Nach Unternehmensangaben reduziert sich der CO₂-Ausstoß dadurch um 59,6 Tonnen pro Jahr. Für einen Großhändler mit hoher logistischer Taktung ist das ein relevanter Hebel, um die eigenen Nachhaltigkeitsziele messbar zu hinterlegen.

Karsten Knodel, Geschäftsführer der Carl Berberich GmbH, betont die strategische Dimension. „Damit ist er die neueste Errungenschaft in unserem Transformationsprozess zur CO2-Neutralität.“

Die Einführung des eActros 600 ist deshalb nur als erster Schritt angelegt. Das Unternehmen verfolgt das Ziel, den Fuhrpark schrittweise weiter zu dekarbonisieren und die Lieferkette so zu modernisieren, dass Kunden langfristig CO₂-reduzierte Transportoptionen erhalten. Gerade im Papiergroßhandel, wo Zuverlässigkeit, Lieferfenster und Tourenplanung geschäftskritisch sind, gewinnt die Verbindung aus Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit zunehmend an Bedeutung.

Knodel macht deutlich, dass der aktuelle Einsatz bewusst als Lernphase angelegt ist. „Wir haben natürlich eine Simulation errechnet und werden jetzt Erfahrungen sammeln. Ich gehe davon aus, dass unser erster nicht unser letzter vollelektrischer LKW sein wird.“

Damit ist der Einstieg in die elektrische Schwerlastlogistik bei Berberich nicht als Einzelmaßnahme zu verstehen, sondern als belastbarer Auftakt für den weiteren Umbau des Fuhrparks. Weitere eActros-Fahrzeuge an anderen Standorten sind bereits als logische nächste Ausbaustufe angelegt. Für den PBS- und Papiergroßhandel zeigt das Projekt exemplarisch, wie Dekarbonisierung in der Transportlogistik zunehmend von der Strategie in den operativen Alltag übergeht.
berberich.de