Jalema 26.08.2025

Hoffnung auf Neustart in Reuver und Hoogezand

Jalema, bekannt für Archivsysteme und Bürobedarf, steht unter Insolvenzverwaltung. Die Digitalisierung ließ die Nachfrage einbrechen, dennoch hofft die Unternehmensführung auf eine Zukunftslösung für die Standorte Reuver und Hoogezand.

Der Firmensitz von Jalema im niederländischen Reuver: Vom traditionsreichen Hersteller von Registratur- und Büroartikeln entwickelte sich das Unternehmen zu einem internationalen Produktionspartner für Kunststoff- und Kartonerzeugnisse.
Der Firmensitz von Jalema im niederländischen Reuver: Vom traditionsreichen Hersteller von Registratur- und Büroartikeln entwickelte sich das Unternehmen zu einem internationalen Produktionspartner für Kunststoff- und Kartonerzeugnisse.© Foto: Jalema

Die Firma Jalema, Hersteller von Büroartikeln mit Sitz in Reuver/Niederlanden, hat bereits am Freitag, den 8. August 2025, beim Gericht in Roermond Insolvenz angemeldet. Die Gerichtsentscheidung folgte am Dienstagnachmittag, den 12. August 2025: das Insolvenzverfahren wurde inzwischen eröffnet.

Rund 73 Beschäftigte sind vom Betriebsschluss betroffen: etwa 50 am Standort Reuver, zusätzlich Mitarbeitende in Hoogezand – insgesamt rund 73. Der Grund: die Digitalisierung habe die Nachfrage nach Archivierungsmaterial stark einbrechen lassen – physische Aufbewahrungen wie Hängemappen werden kaum noch gebraucht.

Peter Achterberg, seit November 2024 Geschäftsführer bei Jalema und Teil der Muttergesellschaft T3L Groep, kündigte direkt nach der Insolvenzeröffnung Gespräche mit dem Insolvenzverwalter an. Ziel soll eine mögliche Weiterführung des Unternehmens sein.

Die Unternehmensgeschichte reicht bis ins Jahr 1920 zurück. In den Folgejahrzehnten wurde Jalema zur festen Größe: Ab den späten 1940er Jahren führten der Großvater und Vater von Joan Westendorff das Unternehmen, 1974 übernahm sie selbst die Leitung. In den 2000er Jahren folgten Zukäufe weiterer Marken wie Atlanta, Rucol und Multo. Sechs Jahre vor der Insolvenz verkaufte Westendorff den Betrieb an die T3L Groep.

Joan Westendorff reagierte auf Facebook mit einem Post: „Ein trauriges Ende für ein einst so schönes Familienunternehmen im Bereich Archivsysteme und Bürobedarf. Jalema wurde 78 Jahre alt, davon 72 Jahre in Familienhand. Wir hatten ein großartiges Unternehmen und haben uns Herausforderungen wie der Übernahme von Avanti, Atlanta, Dataplus und Rucol gestellt – alles, um den Folgen der Digitalisierung entgegenzuwirken. 2019 durfte ich das Unternehmen an das französisch-dänische Familienunternehmen T3L verkaufen und unter dessen Führung feierte Jalema seinen 75. Geburtstag. Auch T3L hat alles versucht, um den Auswirkungen der Digitalisierung und der Corona-Krise zu trotzen – in einem Markt, der auch für deren Kunden zunehmend schwieriger wurde. Es tut weh, besonders für jene, die fast ihr ganzes Berufsleben in Reuver oder Hoogezand verbracht haben. Vielleicht besteht noch eine kleine Chance auf einen Neustart – wir werden sehen.“
jalema.com