EHI 23.02.2026

Hochwertiges Ladenbild trotz Kostendruck

Der Handel investiert weiter in seine stationären Flächen, setzt jedoch klare Prioritäten. Statt Expansion steht Bestandsoptimierung im Fokus. Gleichzeitig verschieben sich Budgets – mit spürbaren Folgen für Store Design und Ausstattung.

Trotz einer fragilen Wirtschaftslage und dauerhaft hohen Kosten hält der Einzelhandel an Investitionen in seine Geschäfte fest. Laut der EHI-Studie „Laden-Monitor 2026“ beliefen sich die Gesamtinvestitionen für Neu-, Aus- und Umbauten 2025 auf 7,02 Milliarden Euro. Gegenüber der Erhebung 2023 entspricht das einem Rückgang um 2,1 Milliarden Euro beziehungsweise 23 Prozent.

Neue Standorte entstehen vor allem bei preisorientierten Nonfood-Filialisten sowie im Drogerie- und Lebensmittelhandel. Häufig handelt es sich jedoch um Relocations. Eine nennenswerte Netto-Expansion bleibt aus. Vorrang hat die Optimierung bestehender Flächen.

Im Lebensmittelhandel steigen die Investitionen pro Quadratmeter Verkaufsfläche. Für Märkte bis 2.500 Quadratmeter lagen sie 2025 bei 961 Euro je Quadratmeter Verkaufsfläche. Das entspricht einem Plus von 13 Prozent gegenüber 2022. Bei größeren Märkten ab 2.500 Quadratmetern betrugen die Ausgaben 711 Euro je Quadratmeter Verkaufsfläche. Das ist ein Anstieg von 5 Prozent innerhalb von drei Jahren.

Ein wesentlicher Treiber bleibt die Kältetechnik. Mehr Verbrauchsträger und die forcierte Umrüstung auf energieeffiziente Anlagen infolge der erneuten Verschärfung der F-Gas-Verordnung binden erhebliche Mittel. Für Store Design stehen daher häufig geringere Budgets zur Verfügung.

„Da ein hochwertiges Ladenbild aber weiter das Ziel ist, plant man jetzt mehr mit preisgünstigeren Materialien, geänderten Qualitäten und der Weiterverwendung von Ladeneinrichtungen, um darüber Einsparungen bei der Einrichtung zu erzielen – ein Vorgehen, das die Investitionsplanungen im Textilhandel schon lange prägt“, erklärt Claudia Horbert vom EHI, Expertin für Store Design und Autorin der Studie.

Im textilen Fachhandel sind die Kosten für Neueinrichtungen spürbar gesunken. Für ein Fachgeschäft aus dem Textil-, Schuh- oder Sporthandel lagen sie 2025 bei 590 Euro je Quadratmeter Verkaufsfläche. Das sind 9,6 Prozent weniger als 2023. Trotz hoher Ansprüche an Wareninszenierung und kreatives Merchandising ist es vielen Händlern gelungen, Effizienz und Gestaltung stärker zu verzahnen. Vor allem Unternehmen mit rückläufigen oder konstanten Ladenbaubudgets haben ihre Konzepte entsprechend angepasst.

Die Zyklen für Komplettumbauten liegen im Food-Handel bei durchschnittlich 12,0 Jahren, im Nonfood-Handel bei 8,9 Jahren.

Nachhaltigkeit prägt zunehmend Planung und Materialauswahl. Händler nutzen nach Umbauten im Schnitt 50 Prozent ihrer Einrichtungen weiter. 42 Prozent haben eigene zirkulare Systeme etabliert oder arbeiten mit Lieferanten zusammen, die entsprechende Konzepte anbieten.

Parallel steigen die Erwartungen an Innovationsfähigkeit und technische Beratungskompetenz der Partner. Gefragt sind nachhaltige Materialien, neue Produktlösungen und gemeinsame Entwicklungsprozesse unter den Kriterien Cost Value und Nachhaltigkeit. Das führt zu Veränderungen im Lieferantenpool für Einrichtung und Beleuchtung. Ausschreibungen gelten aus Sicht des Handels als wichtiger Impulsgeber.

Die Studie basiert auf 49 persönlichen Interviews mit Verantwortlichen für Ladenplanung und Einrichtung aller Branchen. 61 Prozent der befragten Unternehmen stammen aus dem Nonfood-, 39 Prozent aus dem Food- und Nearfood-Handel. Die Mehrheit kommt aus Deutschland und erzielt mit rund 31.500 Geschäften einen Netto-Umsatz von 161 Milliarden Euro. Das entspricht 28 Prozent des Nettoumsatzes des deutschen Einzelhandels im engeren Sinne ohne Online-Handel. Insgesamt repräsentieren die befragten Handelsunternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz einen Netto-Umsatz von 197 Milliarden Euro in rund 34.600 Geschäften.

Die Studie i für Mitglieder kostenlos verfügbar.
ehi.org

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