NIQ 24.02.2026
Universitätsstädte ziehen junge Haushalte an
Heidelberg führt das Ranking der jungen Haushalte in Deutschland an. Gleichzeitig steigt der Anteil der Seniorenhaushalte weiter. Die neue Studie „NIQ Bevölkerungsstrukturdaten 2025“ zeigt deutliche regionale Unterschiede mit Relevanz für Handel und Standortplanung.

Heidelberg ist 2025 die Stadt mit dem höchsten Anteil junger Haushalte in Deutschland. In 23,76 Prozent aller Haushalte ist der Haushaltsvorstand unter 30 Jahre alt. Das entspricht mehr als dem Doppelten des Bundesdurchschnitts von 11,21 Prozent. Grundlage ist die Studie „NIQ Bevölkerungsstrukturdaten 2025“, die die regionale Verteilung von Haushalts-, Alters-, Einkommens- und Bebauungsstrukturen analysiert.
Deutschlandweit ist die Altersstruktur klar verschoben. Nur 4.631.035 Haushalte werden von Personen unter 30 Jahren geführt. Demgegenüber stehen 15.675.235 Seniorenhaushalte. In 37,93 Prozent aller Haushalte ist der Haushaltsvorstand 60 Jahre oder älter. Im Schnitt ist der Haushaltsvorstand in Deutschland 52,51 Jahre alt. Die Gruppe der 50- bis unter 60-Jährigen stellt mit 19,59 Prozent einen weiteren großen Anteil.
Alexandra Deutsch, NIQ-Expertin im Bereich Geomarketing, ordnet ein: „Unsere Bevölkerungsstrukturdaten zeigen, dass der Haushaltsvorstand in Deutschland insgesamt immer älter wird – ein Trend, der sich seit Jahren durch niedrige Geburtenraten und eine steigende Lebenserwartung verstärkt. Gleichzeitig machen Universitätsstandorte wie Heidelberg sichtbar, wie stark Bildungszentren junge Haushalte anziehen. Diese Städte profitieren nicht nur von Studierenden, sondern auch von jungen Berufstätigen in der frühen Karrierephase, die ihre erste eigene Haushaltsgründung vollziehen. Für Handel, Immobilienwirtschaft und kommunale Planung entstehen dadurch sehr unterschiedliche regionale Anforderungen – je nachdem, ob junge oder ältere Haushalte dominieren.“
Ein Blick auf die Rangliste bestätigt das Bild. Neben Heidelberg folgen Regensburg mit 22,46 Prozent sowie Freiburg im Breisgau, Würzburg und Münster mit jeweils rund 19 Prozent. Auch Erlangen, Jena, Kiel, Mainz und Karlsruhe zählen zu den Top Ten. In allen führenden Städten liegt der Anteil junger Haushalte mindestens 57 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Insgesamt weisen 105 der 400 deutschen Stadt- und Landkreise einen überdurchschnittlichen Anteil junger Haushalte auf.
Am anderen Ende der Skala stehen vor allem ländliche Regionen. Schlusslicht bei den jungen Haushalten ist der Landkreis Spree-Neiße mit 4,92 Prozent. Gleichzeitig führt er das Ranking der Seniorenhaushalte an. Dort ist in 50,14 Prozent aller Haushalte der Haushaltsvorstand 60 Jahre oder älter. Auch der Erzgebirgskreis erreicht mit 50,04 Prozent einen Spitzenwert. Beide Regionen liegen rund 29 Prozent über dem Bundesdurchschnitt.
Insgesamt verzeichnen 281 von 400 Kreisen einen überdurchschnittlichen Anteil an Seniorenhaushalten. Heidelberg bildet hier mit 28,81 Prozent das Schlusslicht und liegt 26 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt.
Für Handel und Marketing sind die Unterschiede erheblich. Regionen mit hohem Anteil junger Haushalte stehen für Erstkäufe, hohe Mobilität und wachsende Nachfrage nach wohnortnahen Angeboten. Regionen mit starkem Seniorenanteil erfordern andere Sortimentsstrategien, Servicekonzepte und Kommunikationsformen.
Die „NIQ Bevölkerungsstrukturdaten“ liefern soziodemografische Informationen auf Ebene von Kreisen, Gemeinden, Postleitzahlgebieten, Stadt- und Ortsteilen sowie 2,9 Millionen Straßenabschnitten. Neben Alters- und Haushaltsstrukturen werden auch Einkommensklassen und Bebauungsformen ausgewiesen. Unternehmen nutzen die Daten zur Zielgruppenlokalisierung und zur präzisen Steuerung von Marketing- und Vertriebsmaßnahmen.
niq.com