Soennecken eG 21.05.2026
Mitglieder im Fokus des Wandels
Der wirtschaftliche Druck auf die PBS-Branche bleibt hoch. Dennoch hält die Soennecken eG an ihrer Ausschüttungspolitik fest und richtet den Blick nach vorn. Auf der Generalversammlung in Lübeck standen neben den Zahlen für 2025 vor allem die Zukunftsfähigkeit der Mitglieder, digitale Lösungen und neue Geschäftsfelder im Mittelpunkt.

Das Geschäftsjahr 2025 verlief für die Soennecken eG schwieriger als erwartet. Das machten der neue Vorstandsvorsitzende Stefan Salzer und Vorstand Georg Mersmann auf der Generalversammlung am 19. Mai 2026 in Lübeck deutlich. Vor dem Hintergrund geopolitischer Konflikte, wirtschaftlicher Unsicherheiten und des anhaltenden Strukturwandels blieb der Gesamtabrechnungsumsatz der Genossenschaft mit 748 Millionen Euro dennoch weitgehend stabil. Im Vergleich zum Vorjahr lag der Umsatz lediglich um 0,5 Prozent niedriger.
„2025 war noch schwieriger als erwartet, jetzt müssen wir gemeinsames Handeln in den Vordergrund stellen“, erklärte Stefan Salzer vor den Mitgliedern. Georg Mersmann betonte zugleich, dass es gelungen sei, den Umsatz trotz gegenläufiger Markteffekte nahezu stabil zu halten. Belastet wurde das Gesamtergebnis allerdings durch gestiegene Kosten im Lagerbetrieb sowie durch Investitionen in die beiden großen IT-Projekte rund um ERP- und Shopsysteme.
Für die Mitglieder gab es dennoch positive Signale. Die zugesagte Ausschüttung wird vollständig ausgezahlt. Mit einer Ausschüttungsquote von 1,7 Prozent bewegt sich die Genossenschaft nahezu auf Vorjahresniveau. Auch die Eigenkapitalquote blieb mit 38,1 Prozent stabil.
Deutlich wurde auf der Versammlung jedoch auch, wie stark klassische PBS-Sortimente derzeit unter Druck stehen. Besonders betroffen waren die Bereiche Papeterie mit einem Minus von 3,6 Prozent, Bürobedarf mit minus 9,5 Prozent sowie Bürotechnik mit minus 10,7 Prozent. Der Kita- und Schulausstatter Erstling, den Soennecken 2024 übernommen hatte, verzeichnete einen Rückgang von 18,3 Prozent. Als Hauptgrund nannte der Vorstand die verzögerte Verabschiedung des Digitalpakts 2.0 und die daraus resultierende Investitionszurückhaltung im Bildungsbereich.
Positive Entwicklungen gab es dagegen in anderen Geschäftsfeldern. Der Bereich Büroeinrichtung legte um 3,2 Prozent zu. Besonders dynamisch entwickelte sich die IT-Kooperation Nordanex mit einem Wachstum von 25,8 Prozent. Rückenwind erhielt das Geschäft unter anderem durch das bevorstehende Supportende von Windows 10. Auch die Ortloff GmbH behauptete sich in einem schwierigen Marktumfeld. Mit einem stabilen Umsatz von 4,6 Millionen Euro wertete der Vorstand die Entwicklung angesichts der allgemeinen Konsumzurückhaltung als Erfolg.
Für 2026 rückt die Stärkung der Mitglieder klar in den Mittelpunkt der Genossenschaftsstrategie. „Unsere Basis ist stark, und das muss sie auch künftig bleiben“, sagte Stefan Salzer. Deshalb habe der Erfolg der Mitglieder und damit die Konzentration auf genossenschaftliche Kernaufgaben höchste Priorität.
Dabei setzt Soennecken verstärkt auf neue Sortimentsbereiche jenseits des klassischen Bürobedarfs. In den vergangenen zehn Jahren habe sich die Genossenschaft vom traditionellen PBS-Sortimentsanbieter zu einem Lieferanten mit mehr als 42.000 C-Artikeln entwickelt. Wachstumspotenziale sieht der Vorstand insbesondere in Bereichen wie Catering, Food, Reinigung, Hygiene, Baumarkt, Garten und Outdoor-Arbeiten. Parallel dazu werden klassische Sortimente weiter überprüft und gezielt konsolidiert.
Auch im Bereich Logistik kündigte Soennecken weitere Optimierungen an. Dazu zählen unter anderem Verbesserungen bei der Verpackungsqualität, um die Reklamationsquote zu senken. Im E-Commerce stehen ebenfalls neue Ausbaustufen an. Georg Mersmann verwies auf Weiterentwicklungen des etablierten YourCommerce-Shopsystems sowie auf das für das zweite Quartal geplante Release des neuen E-Procurement-Systems YourProcure. Dieses soll mit Storyblok auf ein modernes Content-Management-System setzen.
Zunehmend an Bedeutung gewinnt zudem das Thema Robotik. Laut Georg Mersmann umfasst die entsprechende Soennecken-Arbeitsgruppe inzwischen 22 Mitglieder. „Die Soennecken Arbeitsgruppe besteht bereits aus 22 Mitgliedern, wächst kontinuierlich und treibt dieses spannende und zukunftsweisende Geschäftsmodell gemeinsam voran.“
Zum Abschluss der Generalversammlung stellte Stefan Salzer die Stabilität der Genossenschaft in den Mittelpunkt. „Wir haben ein starkes Fundament. Jetzt gilt es, darauf aufbauend mit mutigen Veränderungen in die Zukunft zu starten und den Wandel gemeinsam zu gestalten.“
Im Rahmen der turnusgemäßen Wahlen bestätigte die Generalversammlung außerdem die bisherigen Aufsichtsratsmitglieder Birgit Holzmann und André Nösse für eine weitere Amtszeit.
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