Rid Stiftung 20.05.2026
Kuratierte Vielfalt auf 120 Quadratmetern
Mitten in der Regensburger Altstadt zeigt der Concept Store Gumprecht, wie stationärer Einzelhandel heute funktionieren kann. Inhaber Christian Plotzki setzt auf ein konsequent kuratiertes Sortiment, emotionale Ladeninszenierung und permanente Weiterentwicklung – begleitet seit vielen Jahren von der Rid Stiftung.

Wer durch die Untere Bachgasse in Regensburg läuft, stößt auf einen Laden, der sich bewusst klassischen Kategorien entzieht. Der Concept Store Gumprecht vereint Souvenirs, Papeterie, Wohnaccessoires, Taschen, Feinkost und Geschenkartikel auf nur 120 Quadratmetern Verkaufsfläche. Rund 10.000 Artikel werden dort gleichzeitig präsentiert – sorgfältig kuratiert und permanent verändert.
Hinter dem Konzept steht Christian Plotzki, dessen berufliche Wurzeln im Schreibwarenhandel liegen. Heute führt er einen Store, der bewusst auf Entdeckungsmomente setzt. Hochwertige Schreibgeräte von Montblanc stehen neben Trinkflaschen, Feinkost und regionalen Mitbringseln. Wohnaccessoires von Räder treffen auf Taschen, Spiele, Grußkarten und handgefertigte Sammlerstücke. Jeder Quadratmeter Fläche wird genutzt.
„Ich suche Dinge aus, die hochwertig sind, die mich überraschen und die ich witzig finde. Aber ich sortiere auch ständig Firmen aus“, erklärt Christian Plotzki. Mehrere Stunden täglich investiere er allein in die Pflege und Weiterentwicklung des Sortiments. Über 300 Lieferanten gehören inzwischen zum Netzwerk des Händlers – von kleinen Manufakturen bis hin zu internationalen Marken.
Gerade diese Vielfalt stellt hohe Anforderungen an Einkauf, Warensteuerung und Präsentation. Gleichzeitig verändert sich der Markt permanent. Direktvertrieb der Hersteller, aggressive Rabattaktionen im Onlinehandel oder die zunehmende Selektion von Vertriebspartnern durch Premiummarken erhöhen den Druck auf den stationären Fachhandel. Christian Plotzki sieht darin allerdings weniger ein Problem als vielmehr einen Ansporn. Besonders erfolgreiche Sortimentsentscheidungen entstehen häufig aus ungewöhnlichen Situationen. So übernahm er beispielsweise das Sortiment der Marke Freitag aus einer Geschäftsaufgabe. Auch regionale Produkte wie die Bratwürste der Regensburger Wurstkuchl entwickelten sich schnell zu gefragten Mitnahmeartikeln für Touristen.
Der heutige Markenauftritt entstand dabei nicht über Nacht. 2017 stellte Christian Plotzki sein Geschäft grundlegend neu auf. Aus dem bisherigen Namen La Casita wurde Gumprecht – benannt nach der historischen Kaufmannsfamilie, der das Gebäude einst gehörte. Damit rückte die lokale Verankerung stärker in den Mittelpunkt des Konzepts. Begleitet wurde der Prozess unter anderem durch Seminare und Coaching-Angebote der Rid Stiftung sowie eine Marketingberatung der CIMA.
Mit dem neuen Namen entwickelte sich auch das Sortiment weiter. Karten und Schreibgeräte blieben wichtige Bestandteile, ergänzt um Wohnaccessoires, Lifestyleprodukte sowie hochwertige Sammlerstücke wie die Engelfiguren und Spieldosen von Wendt & Kühn. Der neue Claim „Freude, die bleibt“ wurde dabei zum Leitgedanken des gesamten Stores.
Auch die Gestaltung der Verkaufsfläche wird kontinuierlich angepasst. Erst vor Kurzem überarbeitete Christian Plotzki gemeinsam mit seinem Team Wegeführung und Farbkonzept des Ladens. Ziel sei es, Produkte emotional erlebbar zu machen und gleichzeitig Orientierung in der enormen Warenvielfalt zu schaffen.
Zum wirtschaftlichen Erfolg trägt laut Plotzki vor allem das eingespielte Team bei. Neben langjährigen Mitarbeiterinnen wie Christiane Baer und Sylvia Gangl unterstützt auch Auszubildende Yulia Nikitenko die Organisation des Onlineshops und der Warenwirtschaft. In Spitzenzeiten hilft zudem Lebensgefährtin Barbara Fundel mit.
Christian Plotzki setzt dabei bewusst auf Eigenverantwortung und Vertrauen. Themen wie Fehlerkultur, Soft Skills und Mitarbeiterführung spielen auch bei den Weiterbildungsangeboten der Rid Stiftung eine zentrale Rolle. „Die Weihnachtssaison 2025 war der Wahnsinn“, sagt Plotzki rückblickend. „Wir standen neun Stunden fast ohne Pause an der Kasse.“
Die Rid Stiftung unterstützt seit mehr als 35 Jahren mittelständische Händlerinnen und Händler in Bayern mit kostenfreien Aus- und Weiterbildungsangeboten sowie Coaching-Programmen. Gegründet wurde die Stiftung 1988 von Dr. Günther Rid, dessen Ziel es war, die Vielfalt des mittelständischen Einzelhandels langfristig zu sichern. Im Mittelpunkt der heutigen Stiftungsarbeit stehen vor allem die Themen Innovation, Kooperation und Digitalisierung.
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