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Zollfahndungsamt Frankfurt 04.08.2017

Markenfälschung von Tonerkartuschen in Millionenhöhe

Beamte des Zollfahndungsamts Frankfurt am Main haben am Mittwoch, dem 2. August 2017, 28 Wohn- und Geschäftsräume im Rhein-Main-Gebiet (24) und in Nordrhein-Westfalen (4) durchsucht. In den Niederlanden fanden parallele Durchsuchungsmaßnahmen in einer Firma durch die dortigen Behörden statt.

Karton mit verkaufsfertigen Tonerkartuschen
Karton mit verkaufsfertigen Tonerkartuschen

Die drei Hauptbeschuldigten wurden mit Haftbefehl festgenommen. Die Ermittlungen richten sich gegen eine deutsch-iranische Tätergruppierung, die im Verdacht steht, Markenprodukte (Tonerkartuschen) der Firma Kyocera im großen Stil gefälscht und anschließend verkauft zu haben.

Die Fahnder stellten gefälschte Tonerkartuschen im Wert von etwa zehn Millionen Euro und umfangreiche schriftliche und elektronische Beweismittel sicher. Im Rahmen der Vermögensabschöpfung wurden 106.140 Euro Bargeld sowie Gold und Wertgegenstände im Wert von etwa 40.000 Euro gesichert, zudem eine Pfändung in Höhe von 50.000 Euro durchgeführt.

Im Fokus der Ermittler stehen insgesamt 24 Beschuldigte mit deutscher, niederländischer, türkischer und iranischer Staatsangehörigkeit (23 Männer im Alter von 29 bis 72 Jahren und eine 33-jährige Frau). Einer der Festgenommenen besitzt die deutsche und griechische Staatsangehörigkeit und stammt aus Groß-Umstadt (34), die beiden anderen festgenommenen Deutsch-Iraner im Alter von 52 und 48 Jahren haben keinen festen Wohnsitz in Deutschland.

Sie sollen dafür verantwortlich sein, leere Tonerkartuschen in Europa angekauft zu haben, um diese einerseits nach China und Dubai auszuführen und anschließend die dort befüllten Tonerkartuschen wieder nach Deutschland einzuführen. Andererseits befüllten sie einen Teil der Tonerkartuschen in einer Produktionsstätte in Frankfurt am Main sowie in der Vergangenheit offensichtlich auch in Dieburg. Der Vertrieb der vermeintlich neuen “original Kyocera Tonerkartuschen” erfolgte über ein Firmengeflecht in Deutschland und den Niederlanden. Im Gegenzug flossen Gelder zurück und landeten letztendlich auf Konten der Tätergruppierung in Dubai.

“Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist die Schadenssumme schwer zu beziffern. Wir gehen allerdings von einem Betrag im zweistelligen Millionenbereich aus”, sagte Hans-Jürgen Schmidt, Sprecher des Zollfahndungsamts Frankfurt am Main.
“Auf uns kommt nun viel Arbeit zu. Die sichergestellten digitalen Medien und schriftlichen Aufzeichnungen müssen aufbereitet und anschließend ausgewertet werden. Das wird einige Zeit in Anspruch nehmen”, so Schmidt weiter.

Für den Abtransport von 180 Paletten und drei 20-Fuß-Containern mit unter anderem gefälschten Tonerkartuschen waren ein Sattelzug und ein 7,5-Tonner einer Spedition sowie sechs Lkws des Technischen Hilfswerks erforderlich, die insgesamt gut zwei Dutzend Ladungen transportierten.

An dem Einsatz waren mehr als 200 Beamte von Zoll, Landeskriminalamt, Staatsanwaltschaft und dem Technischen Hilfswerk beteiligt sowie Sachverständige der Firma Kyocera.
www.zoll.de
www.kyocera.de