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Der Gerblinger 29.05.2026

Fachhandel erweitert Öffnungszeiten digital

Sinkende Frequenzen und steigende Kosten zwingen viele Fachhändler zum Umdenken. In Wertingen setzt Andreas Gerblinger auf ein hybrides Konzept aus persönlicher Beratung und autonomem Einkauf und erweitert damit die Erreichbarkeit seines Geschäfts deutlich.

Mit Bankkarte oder Smartphone öffnet sich die Tür zum autonomen Verkaufsbereich. Das hybride Smart-Store-Konzept von Andreas Gerblinger verbindet persönliche Beratung während der Servicezeiten mit einem digitalen Einkaufserlebnis von 6 bis 22 Uhr.
Mit Bankkarte oder Smartphone öffnet sich die Tür zum autonomen Verkaufsbereich. Das hybride Smart-Store-Konzept von Andreas Gerblinger verbindet persönliche Beratung während der Servicezeiten mit einem digitalen Einkaufserlebnis von 6 bis 22 Uhr. © Foto: Gerblinger/Genial Genießen

Der Fachhandel sucht nach neuen Wegen, um Kunden auch außerhalb klassischer Öffnungszeiten zu erreichen. Andreas Gerblinger hat dafür in seinem Geschäft „Genial Genießen“ in Wertingen ein hybrides Smart-Store-Konzept umgesetzt. Während das Fachgeschäft zu den regulären Servicezeiten mit persönlicher Beratung und Lotto-Angebot geöffnet bleibt, können Kunden den vorderen Verkaufsbereich zusätzlich täglich von 6 bis etwa 22 Uhr sowie an Wochenenden autonom nutzen.

Möglich wird dies durch Self-Scanning und Self-Checkout. Der Umbau erfolgte während des laufenden Betriebs und erforderte die Integration von Zugangssystemen, Technik und neuer Warenpräsentation. Gleichzeitig mussten Fragen rund um Jugendschutz, Zahlungsabwicklung und Videoüberwachung geklärt werden.

Auch das Sortiment wurde neu strukturiert. Im Eingangsbereich stehen Genussprodukte, Geschenkartikel und Artikel für den schnellen Bedarf im Mittelpunkt. Schreibwaren wurden in den hinteren Bereich verlagert. Eine zentrale Rolle spielt weiterhin das Buchsortiment mit einer prominent platzierten Bestsellerwand.

Nach Angaben von Prisma-Mitglied Andreas Gerblinger wird das Konzept besonders in den Abendstunden und an Wochenenden stark genutzt. Bereits nach den ersten fünf Monaten habe sich gezeigt, dass der zusätzliche Umsatz überwiegend neu generiert werde.

Der Unternehmer entwickelte große Teile der Lösung gemeinsam mit einem lokalen Elektriker selbst. Hintergrund waren hohe Investitionskosten und technische Anforderungen vieler am Markt verfügbarer Systeme. „Wenn du mit den Anbietern sprichst, hört sich das immer super an, nur merkt man schnell, wir sind nicht die Zielgruppe, wir haben keine 500 Filialen, kein Digitalteam, das komplizierten API-Anpassungen an das eigene Warenwirtschaftssystem oder unserer Buchhandelssoftware machen kann.“

Das Beispiel aus Wertingen zeigt, dass hybride Modelle auch für inhabergeführte Fachgeschäfte in kleineren Städten eine praktikable Möglichkeit sein können, Öffnungszeiten auszuweiten und die lokale Nahversorgung zu stärken.
dergerblinger.de