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Furniture-X 11.06.2026

Datenökosystem für die Möbelbranche nimmt Form an

Der Digitale Produktpass, offene Datenräume und die Kreislaufwirtschaft standen im Mittelpunkt eines weiteren Treffens von Furniture-X in Köln. Vertreter aus Industrie, Forschung und Verbänden diskutierten über gemeinsame Standards und konkrete Umsetzungsprojekte für die Möbelbranche.

Die Teilnehmer des Experten-Treffens bei ECLASS e.v. in Köln.
Die Teilnehmer des Experten-Treffens bei ECLASS e.v. in Köln.

Der Aufbau eines offenen Datenökosystems für die Möbelwirtschaft schreitet voran. Bei einer Arbeitssitzung von Furniture-X am 3. Juni 2026 bei ECLASS e.V. in Köln kamen die Initiatoren der Initiative gemeinsam mit einem erweiterten Expertenrat zusammen, um aktuelle Entwicklungen rund um den Digitalen Produktpass (DPP) und die digitale Transformation der Branche zu diskutieren.

Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Daten entlang der gesamten Wertschöpfungskette künftig effizienter genutzt und ausgetauscht werden können. Bereits beim Auftakttreffen Anfang des Jahres war deutlich geworden, dass die Einführung des Digitalen Produktpasses weit über regulatorische Anforderungen hinausgeht und neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Industrie, Handel und Technologiepartnern erfordert.

Zu Beginn der Veranstaltung gaben Vertreter verschiedener Verbände und Institutionen Einblicke in laufende Projekte und aktuelle Entwicklungen. Danuta Dworaczek vom Industrieverband Klebstoffe e.V. erläuterte die Perspektive ihres Verbandes. Martin Hoppen von der RWTH Aachen University stellte gemeinsam mit Dietlof von Arnim und Frank Heinze vom Runden Tisch Digitalisierung der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe das Projekt CO2for-IT vor. Dabei standen insbesondere die Anforderungen der Forstwirtschaft an den Digitalen Produktpass und deren Abstimmung mit den Prozessen der Holzwerkstoff- und Möbelindustrie im Fokus.

Anschließend präsentierten verschiedene Initiativen ihre Fortschritte. Daniel Wurm vom Wuppertal Institut informierte über das Projekt R-evolve sowie den aktuellen Stand der europäischen DPP-Registry. Patrick Sönke und Bastian Weippert von Integrated Worlds stellten Entwicklungen rund um die EU Business Wallet, den Aufbau des Furniture-X Dataspaces und laufende Lighthouse-Projekte vor.

Einen konkreten Praxisbezug lieferte Michael Kaluza von Integrated Worlds mit der Vorstellung des „ECLASS Quality Gate“. Der Service soll Unternehmen dabei unterstützen, Datenqualität, Validierung und Interoperabilität innerhalb digitaler Datenräume sicherzustellen. Damit wurde deutlich, dass sich die Diskussion zunehmend von strategischen Grundsatzfragen hin zu konkreten Anwendungen und Umsetzungsprojekten entwickelt.

Die Teilnehmer waren sich einig, dass offene Standards und interoperable Datenräume entscheidende Voraussetzungen für die erfolgreiche Einführung des Digitalen Produktpasses darstellen. Ebenso wichtig seien praxisnahe Strategien, die Unternehmen bei der Umsetzung unterstützen und gleichzeitig die Anforderungen künftiger Regulierungen berücksichtigen.

Vor diesem Hintergrund wird das bisher als Governance-Treffen bezeichnete Format künftig unter dem Namen „Furniture-X Knowledge Council“ fortgeführt. Die neue Bezeichnung soll den fachlichen Austausch und die gemeinsame Entwicklung von Lösungen stärker in den Vordergrund rücken.

„Gerade jetzt zeigt sich der eigentliche Hebel: Daten allein schaffen noch keinen Mehrwert – erst wenn sie genutzt werden, um Supply Chains aktiv zu steuern, Komplexität zu senken und Kosten nachhaltig zu beeinflussen, entsteht echte Wertschöpfung. Initiativen wie Furniture-X leisten einen wichtigen Beitrag, um die dafür notwendigen Standards, Datenräume und Prozesse branchenübergreifend voranzutreiben“, betont Ralf Heinemann vom Bundesverband kooperierender Mittelstand.

Furniture-X hat sich inzwischen von einer Initiative zur Einführung des Digitalen Produktpasses zu einem umfassenden Vorhaben für die Digitalisierung der Möbelbranche entwickelt. Ziel ist der Aufbau eines kollaborativen Ökosystems für digitale Zwillinge, in dem Hersteller, Zulieferer, Handelspartner und weitere Akteure entlang der Lieferkette gemeinsam auf konsistente Produkt- und Prozessdaten zugreifen können.

Die Initiative soll Unternehmen dabei unterstützen, bestehende und künftige regulatorische Anforderungen wie die Europäische Entwaldungsverordnung (EUDR) oder den Digitalen Produktpass effizient in bestehende Prozesse zu integrieren. Gleichzeitig sollen durchgängige Datenstrukturen Transparenz schaffen und die Kreislaufwirtschaft fördern.

Zu den Trägern und Partnern von Furniture-X gehören unter anderem der Verband der Deutschen Möbelindustrie, das Daten Competence Center e.V., der Handelsverband Möbel und Küchen, der Bundesverband kooperierender Mittelstand, Morphe sowie Integrated Worlds als Betreiber der Datenaustauschplattform IWOfurn.
moebeldigital.de