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Tuesday, 16. June 2026
Bitkom 16.06.2026
84 Prozent der Deutschen wünschen sich ein gesetzlich verankertes Recht auf digitale Bezahlmöglichkeiten. Gleichzeitig bleibt Bargeld für viele Menschen weiterhin ein wichtiger Bestandteil des Zahlungsverkehrs. Das zeigt eine aktuelle repräsentative Umfrage des Digitalverbands Bitkom.

Die Erwartungen der Verbraucher an moderne Bezahlmöglichkeiten steigen. Nach einer aktuellen Umfrage des Digitalverbands Bitkom sprechen sich 84 Prozent der Deutschen dafür aus, dass alle Geschäfte gesetzlich verpflichtet werden sollten, neben Bargeld mindestens eine elektronische Zahlungsmöglichkeit anzubieten. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 70 Prozent.
Der Wunsch nach digitalen Bezahloptionen zieht sich dabei durch alle Altersgruppen. Während 86 Prozent der 16- bis 29-Jährigen eine entsprechende Verpflichtung befürworten, sind es bei den über 65-Jährigen 83 Prozent. Damit zeigt sich, dass digitale Zahlungsformen längst nicht mehr nur ein Thema jüngerer Generationen sind.
Auch im Alltag wird die Erwartung an digitale Zahlungsmöglichkeiten immer deutlicher. 78 Prozent der Befragten geben an, dass es sie stört, wenn ausschließlich Bargeld akzeptiert wird. Gleichzeitig nutzen 82 Prozent Bargeld heute seltener als noch vor einigen Jahren. Mehr als die Hälfte der Befragten, nämlich 57 Prozent, greift nach eigenen Angaben vor allem deshalb noch zu Scheinen und Münzen, weil sie befürchten, andernfalls nicht überall bezahlen zu können.
„Die Bundesregierung hat sich vorgenommen, digitale Bezahlmöglichkeiten flächendeckend zu stärken. Die Menschen erwarten jetzt, dass daraus auch konkrete Verbesserungen im Alltag werden“, erklärt Dr. Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des Bitkom. „Zu einem modernen Zahlungssystem gehört die Wahlfreiheit. Wer digital bezahlen möchte, sollte dazu auch die Möglichkeit haben. In vielen anderen Ländern ist das längst Standard.“
Bemerkenswert ist zudem, dass 72 Prozent der Befragten angeben, ihnen würde ohne Bargeld nichts fehlen. Dennoch zeigt die Studie zugleich, dass Bargeld für viele Menschen weiterhin eine wichtige Rolle spielt. Zwei Drittel der Deutschen, 66 Prozent, sorgen sich davor, künftig nicht mehr überall mit Bargeld bezahlen zu können. Diese Sorge ist generationenübergreifend verbreitet. Unter den 16- bis 29-Jährigen äußern sie 63 Prozent, bei den Menschen ab 65 Jahren sind es 69 Prozent.
Die Ergebnisse verdeutlichen einen Wandel im Bezahlverhalten. Digitale Zahlungsformen gewinnen zunehmend an Bedeutung und werden von einer breiten Mehrheit erwartet. Gleichzeitig wünschen sich viele Verbraucher, dass Bargeld als alternative Bezahlmöglichkeit erhalten bleibt. Im Mittelpunkt steht damit weniger die Frage nach einem Entweder-oder, sondern der Wunsch nach größtmöglicher Wahlfreiheit beim Bezahlen.
Die Umfrage wurde von Bitkom Research im Auftrag des Bitkom durchgeführt. Befragt wurden 1.004 Personen ab 16 Jahren in Deutschland. Die telefonische Erhebung fand zwischen Kalenderwoche 9 und Kalenderwoche 12 des Jahres 2026 statt und ist repräsentativ.
bitkom.org