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Industrieverband Schreiben, Zeichnen, Kreatives Gestalten (ISZ) 03.07.2026

Warnung vor Folgen neuer Kennzeichnungsvorgaben

Mit Blick auf die Umsetzung der EmpCo-Richtlinie fordert der Industrieverband Schreiben, Zeichnen, Kreatives Gestalten (ISZ) praktikable Übergangsregelungen. Ohne Nachbesserungen drohten Unternehmen wirtschaftliche und ökologische Nachteile.

EU-EmpCo-Richtlinie: Der Verband ISZ warnt vor weitreichenden wirtschaftlichen und ökologischen Folgen.
EU-EmpCo-Richtlinie: Der Verband ISZ warnt vor weitreichenden wirtschaftlichen und ökologischen Folgen.© Bild: ISZ

Der Industrieverband Schreiben, Zeichnen, Kreatives Gestalten e. V. (ISZ) spricht sich für eine praxisnahe Umsetzung der europäischen EmpCo-Richtlinie aus. Zwar unterstütze der Verband ausdrücklich das Ziel, Greenwashing einzudämmen und Verbraucherinnen und Verbrauchern mehr Transparenz zu bieten. Gleichzeitig sieht der ISZ jedoch Anpassungsbedarf bei der praktischen Ausgestaltung der neuen Vorgaben.

Nach Einschätzung des Verbandes ist die Branche durch langlebige Produkte, lange Umlaufzeiten und komplexe internationale Lieferketten geprägt. Ohne klare und realistische Übergangsregelungen bestehe die Gefahr, dass bereits rechtmäßig produzierte und in Verkehr gebrachte Produkte nachträglich ihre Verkehrsfähigkeit verlieren.

Auch die derzeit diskutierten Maßnahmen, etwa nachträgliche Umetikettierungen oder ergänzende Hinweise am Point of Sale, bewertet der ISZ kritisch. Aufgrund der Vielzahl an Artikeln, komplexer Vertriebswege und häufig kleiner Verpackungseinheiten seien diese Maßnahmen in der Praxis nur mit erheblichem Aufwand umzusetzen und mit zusätzlichen Kosten verbunden.

Der Verband warnt zudem vor weitreichenden wirtschaftlichen und ökologischen Folgen. Können Produkte aufgrund neuer Kennzeichnungsvorgaben nicht regulär abverkauft werden, drohten großflächige Rücksendungen an die Hersteller sowie die Vernichtung von Verpackungen und im Extremfall sogar vollständig gebrauchsfähiger, rechtskonform produzierter Produkte. Dies verursache nicht nur erhebliche wirtschaftliche Schäden für die Unternehmen, sondern stehe auch im Widerspruch zu den europäischen Nachhaltigkeitszielen.

Um auf diese Problematik aufmerksam zu machen, hat der ISZ einen Brief an das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz sowie an das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie übermittelt. Darin fordert der Verband eine praktikable und rechtssichere Ausgestaltung der Richtlinie und weist auf die wirtschaftlichen und ökologischen Risiken der derzeitigen Auslegung hin.

Im Mittelpunkt der Forderungen stehen angemessene und realistische Übergangsfristen, rechtssichere Abverkaufsregelungen für Bestandsware sowie der Verzicht auf rückwirkende Anforderungen.

„Nur eine praktikable Ausgestaltung stellt sicher, dass die Ziele der Richtlinie erreicht werden, ohne gleichzeitig funktionierende Marktstrukturen zu beeinträchtigen oder vermeidbare wirtschaftliche und ökologische Schäden zu verursachen“, erklärt Dr. Laura Currier, Geschäftsführerin des ISZ e. V.
isz-ev.de