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Europäische Verband Lifestyle (EVL) 10.07.2026

Sommermessen unter Druck

Die Zahl der Sommermessen in der europäischen Konsumgüterbranche nimmt weiter ab. Der Europäische Verband Lifestyle (EVL) sieht darin eine Entwicklung mit weitreichenden Folgen für Hersteller, Handel und Verbraucher. Aus Sicht des Verbandes droht der Branche der Verlust wichtiger Plattformen für Innovationen, Trends und persönliche Begegnungen.

Heike Tscherwinka, Geschäftsführerin EVL, und Lars Adler, EVL-Vorstandssprecher und Geschäftsführer von Hoff-Interieur
Heike Tscherwinka, Geschäftsführerin EVL, und Lars Adler, EVL-Vorstandssprecher und Geschäftsführer von Hoff-Interieur© Foto: EVL

Der Europäische Verband Lifestyle (EVL) blickt mit Optimismus, aber auch mit Sorge auf die Entwicklung der europäischen Messelandschaft. Nach Einschätzung des Verbandes verschwinden immer mehr Sommermessen der Konsumgüterbranche, werden zusammengelegt oder verlieren an Bedeutung. Das sei weit mehr als eine Veränderung im Messekalender. Aus Sicht des EVL gefährde diese Entwicklung die Innovationskraft der Branche und damit die Fähigkeit des Handels, Verbraucher immer wieder mit neuen Ideen und Trends zu begeistern.

Noch vor wenigen Jahren hätten zahlreiche Veranstaltungen Herstellern die Möglichkeit geboten, ihre Neuheiten für das Weihnachtsgeschäft und das folgende Frühjahr zu präsentieren. Heute seien die Plattformen deutlich ausgedünnt. Der EVL verweist unter anderem auf das Ende der Tendence, die HOMI in Mailand, die nur noch im Januar stattfindet, sowie auf die eingestellte Bologna Be Trend. Andere Veranstaltungen kämpften mit sinkenden Ausstellerzahlen oder rückläufiger Marktbedeutung.

Nach Angaben des Verbandes bleiben mit der Trends Up West in Düsseldorf, der TrendSet in München, der Nordstil in Hamburg, der Trendz/ShowUP in den Niederlanden, der Cadeaux in Leipzig sowie der Maison&Objet nur noch wenige relevante Order- und Trendplattformen für die zweite Jahreshälfte. Messen seien dabei weit mehr als reine Orderplätze. Sie seien Orte der Begegnung, des Austauschs und der Inspiration, an denen neue Sortimente entstünden, Trends sichtbar würden und Ideen ihren Weg in den Handel fänden.

Gleichzeitig beobachtet der EVL nach eigenen Angaben, dass Händlerinnen und Händler, die Messen besuchen, diese wieder intensiver nutzen und vor Ort stärker ordern als in den vergangenen Jahren. Damit könnten die aktiven Messebesucher zumindest teilweise ausgleichen, was durch ausbleibende Besucher verloren gehe.

„Der Handel braucht Trends, um die Endverbraucher immer wieder zu überraschen. Gerade in unseren Produktsegmenten ist das überlebenswichtig“, sagte EVL-Geschäftsführerin Heike Tscherwinka. Wenn die Bedeutung der Sommermessen weiter sinke, gingen Plattformen verloren, auf denen genau diese Impulse entstünden.

Der Verband sieht deshalb die gesamte Branche in der Verantwortung. Wenn klassische Messeformate weiter unter Druck gerieten, brauche es neue Wege, um Innovationen sichtbar zu machen und Hersteller, Handel sowie Medien zusammenzubringen. Als mögliche Ansätze nennt der EVL Crossover-Formate mit angrenzenden Branchen, Press Days, die sich gezielt auch für Händler öffnen, Showroom-Konzepte oder Pop-up-Formate. Ziel sei es, den Dialog über die Zukunft der Innovationsplattformen gemeinsam mit Messeveranstaltern, Herstellern, Verbänden und Handel weiterzuführen.
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