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Integrated Worlds 27.07.2026

Möbelbranche sucht gemeinsame Antworten

Beim ersten Integrated Worlds Management Circle diskutierten Vertreter aus Industrie, Handel, Verbänden und Softwareunternehmen über die Zukunft der Möbelbranche. Im Mittelpunkt standen Digitalisierung, Datenstandards, neue Geschäftsmodelle und die stärkere Zusammenarbeit aller Marktteilnehmer.

Die Teilnehmer des ersten Integrated Worlds Management Circle diskutierten in Königstein im Taunus über die Zukunft der Möbelbranche.
Die Teilnehmer des ersten Integrated Worlds Management Circle diskutierten in Königstein im Taunus über die Zukunft der Möbelbranche. © Foto: IW

Die Möbelbranche steht unter Druck. Konsumzurückhaltung, Digitalisierung und wachsender Preiswettbewerb verändern den Markt grundlegend. Beim ersten Integrated Worlds Management Circle am 15. und 16. Juli in Königstein im Taunus kamen deshalb Entscheider aus Industrie, Handel, Verbänden, Softwareunternehmen und Beratung zusammen, um gemeinsam über Lösungsansätze zu diskutieren. Das neue Dialogformat versteht sich als offener Austausch ohne feste Agenda und soll künftig regelmäßig stattfinden.

Zum Teilnehmerkreis gehörten unter anderem Vertreter von EMV, IFH Köln, Polipol Gruppe, SHD, VME, Begros, Möbel Bohn und gmvteam sowie Gastgeber Integrated Worlds.

Den fachlichen Auftakt gestaltete Boris Hedde vom IFH Köln. Er verwies auf den anhaltenden Strukturwandel im Einrichtungsfachhandel. In den vergangenen zehn Jahren seien rund neun Prozent der stationären Verkaufsstellen verschwunden. Gleichzeitig wolle ein erheblicher Teil der Verbraucher seine Ausgaben für Einrichtung reduzieren. Dennoch sieht Hedde Chancen. Der stationäre Handel verfüge weiterhin über eine hohe Kundenbindung. Entscheidend seien künftig Beratung, Service und persönliche Kundenerlebnisse.

Einigkeit herrschte darüber, dass sich der Möbelhandel langfristig nicht über den Preis differenzieren könne. Wachstumspotenzial sehen die Teilnehmer vielmehr in zusätzlichen Dienstleistungen, Retail Media, Second-Hand-Konzepten, Reparaturangeboten, Cross Selling und datenbasierten Geschäftsmodellen.

Ein zentrales Thema des Management Circle waren Daten und gemeinsame Standards. Patrick Sönke von Integrated Worlds betonte die Bedeutung internationaler Klassifikationsstandards wie ECLASS, um den Datenaustausch zu vereinfachen und digitale Prozesse effizienter zu gestalten. Entscheidend sei jedoch deren praxisnahe Umsetzung.

Auch Klaus Bröhl, Geschäftsführer von Integrated Worlds, sprach sich für offene Datenökosysteme aus. Isolierte Insellösungen hätten sich in der Vergangenheit nicht bewährt. Stattdessen brauche die Branche standardisierte Schnittstellen und eine engere Zusammenarbeit zwischen Handel, Industrie und Softwareanbietern. Silvio Rösner von Möbel Bohn verwies auf die positiven Erfahrungen mit einer gemeinsamen EDI-Taskforce, durch die sich die elektronische Anbindung im Verbund deutlich verbessert habe.

Neben Daten und Technologie rückte die Customer Journey in den Fokus. Die Teilnehmer waren sich einig, dass Kunden heute schnelle Kommunikation, digitale Services und persönliche Beratung erwarten. Gleichzeitig müsse der Handel Verbraucher deutlich früher in ihrer Kaufentscheidung erreichen und Mehrwerte schaffen, die über den reinen Produktverkauf hinausgehen.

Zum Abschluss zog die Runde ein positives Fazit. Die Herausforderungen der Branche seien groß, gleichzeitig stünden heute mehr technologische Möglichkeiten zur Verfügung als je zuvor. Entscheidend werde sein, Standards, Daten und Kooperationen gemeinsam voranzutreiben. Der Integrated Worlds Management Circle soll deshalb als regelmäßiges Dialogformat fortgeführt werden.
integrated-worlds.com