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Thursday, 27. August 2026
Industrieverband Büro und Arbeitswelt 26.08.2026
Die deutsche Büromöbelindustrie hat im ersten Halbjahr 2026 einen Umsatzrückgang von 5,6 Prozent verbucht. Während das Inlandsgeschäft schwach blieb, stützten steigende Exporte die Branche.

Die Büromöbelindustrie hat im ersten Halbjahr 2026 einen Gesamtumsatz von rund 718 Millionen Euro erzielt. Nach Erhebungen des Industrieverbands Büro und Arbeitswelt (IBA) lag der Wert damit 5,6 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Belastet wurde die Entwicklung vor allem durch die anhaltende Investitionszurückhaltung auf dem deutschen Markt.
Der Inlandsumsatz ging gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 um 8,5 Prozent zurück. Dagegen legte das Auslandsgeschäft um 5,0 Prozent zu. Die Exportquote erhöhte sich auf 23,9 Prozent. Damit gewinnt das internationale Geschäft für die Hersteller weiter an Bedeutung und federt die schwache Nachfrage im Inland zumindest teilweise ab.
Zum Ende des Berichtszeitraums zeigten sich erste Anzeichen einer möglichen Stabilisierung. Im Juni lag der Branchenumsatz 7,8 Prozent über dem Wert des Vorjahresmonats. Auch die Auftragseingänge entwickelten sich im Monatsvergleich etwas stabiler.
„Wir sehen vereinzelte Zeichen einer leichten Belebung. Ob daraus ein nachhaltiger Trend wird, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen”, kommentiert Helmut Link, Vorsitzender des IBA. „Die Nachfrage nach modernen Arbeitsumgebungen ist grundsätzlich vorhanden, aber viele Unternehmen schieben Investitionsentscheidungen angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheit weiterhin auf.”
Auch die gesamtwirtschaftlichen Indikatoren liefern bislang kein eindeutiges Bild. Der ifo Geschäftsklimaindex stieg im Juli 2026 zum dritten Mal in Folge und erreichte 86,6 Punkte. Ausschlaggebend waren verbesserte Erwartungen der Unternehmen, während sich deren Einschätzung der aktuellen Geschäftslage nicht wesentlich aufhellte.
Ungeachtet der schwachen Marktentwicklung investieren die Mitgliedsunternehmen des Verbands weiter in Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Der OFML-Standard soll digitale Planungs-, Vertriebs- und Serviceprozesse in der Büromöbelbranche unterstützen. Für Hersteller, Distributoren und Fachhändler sind einheitliche Datenstrukturen insbesondere bei der Planung und Konfiguration von Einrichtungslösungen relevant.
„Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sondern die Voraussetzung dafür, dass unsere Mitgliedsunternehmen in einem zunehmend vernetzten Markt wettbewerbsfähig bleiben”, erklärt IBA-Geschäftsführer Stefan Kokkes.
Im Bereich Nachhaltigkeit hat der Verband gemeinsame Leitlinien zur Kreislauffähigkeit sowie zur Bilanzierung von Treibhausgasemissionen formuliert. Mit der digitalen Infrastruktur newen sollen Unternehmen bereits genutztes Inventar strukturiert zurückführen können. Für den Fachhandel könnten sich daraus zusätzliche Geschäftsmodelle rund um Rücknahme, Wiederverwendung und Dienstleistungen im Lebenszyklus von Büromöbeln ergeben.
„Mit newen verbinden wir ökologische Verantwortung mit wirtschaftlicher Praktikabilität”, so Kokkes. „Das ist der Ansatz, den unsere Branche braucht.”
Impulse für die Nachfrage erwartet die Branche zudem von der ORGATEC 2026. Die internationale Fachmesse für Workspace und Contract Solutions findet vom 27. bis 30. Oktober in Köln statt. Bestandteil des Programms ist erneut das vom IBA ausgerichtete „Wherever Whenever – Work Culture Festival“, das sich an Architekten, Designer, Personalverantwortliche und Unternehmensvertreter richtet.
„Der Nachholbedarf an modernen Büroumgebungen ist erheblich”, sagt Helmut Link. „Die ORGATEC wird zeigen, wie Wirtschaftlichkeit, Arbeitgeberattraktivität und neue Arbeitsformen zusammenwirken, und kann damit wichtige Impulse für anstehende Investitionsentscheidungen setzen.”
iba.online
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