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Messe Frankfurt 10.09.2026

Globale Unsicherheit belastet Konsumgüterbranche

Die Stimmung in der internationalen Konsumgüterbranche bleibt verhalten. Der aktuelle Branchenindex von IFH Köln und Messe Frankfurt zeigt wachsenden Druck durch geopolitische Unsicherheiten, höhere Produktions und Beschaffungskosten sowie zunehmende Handelsbeschränkungen.

© Quelle: Messe Frankfurt

Der wirtschaftliche Druck auf die internationale Konsumgüterbranche nimmt zu. Das zeigt die zweite Erhebungswelle des Branchenindex von IFH Köln und Messe Frankfurt. Das globale Geschäftsklima bleibt mit einem Indexwert von 100,4 nach zuvor 100,1 nahezu unverändert. Hinter der stabilen Gesamtbewertung haben sich die Belastungsfaktoren jedoch deutlich verschoben.

Vor allem geopolitische Risiken gewinnen an Bedeutung. In der Industrie nennen inzwischen 84 Prozent der Befragten die globale Unsicherheit durch Kriege und Konflikte als zentrale Herausforderung. Bei der ersten Erhebung waren es 52 Prozent. Gleichzeitig stieg der Anteil der Unternehmen, die höhere Produktionskosten als Belastung nennen, von 51 auf 66 Prozent. Im Bereich Handel und Service nahm die Bedeutung globaler Unsicherheiten von 46 auf 63 Prozent zu. Die Konsumzurückhaltung der privaten Haushalte verliert dagegen als Belastungsfaktor an Gewicht.

Auch Zölle und Handelsbeschränkungen machen den Unternehmen zunehmend zu schaffen. In Europa fühlen sich inzwischen 42 Prozent stark oder sehr stark davon betroffen. In der ersten Erhebungswelle waren es 33 Prozent. In Asien stieg der Anteil von 58 auf 66 Prozent. Amerika liegt mit 74 Prozent weiterhin deutlich darüber.

Regional fällt die Stimmung unterschiedlich aus. Asien liegt 4,2 Indexpunkte über dem globalen Gesamtindex, Amerika 2,3 Punkte darüber. Europa bleibt dagegen 1,2 Punkte unter dem Durchschnitt. Die Industrie beurteilt die Geschäftslage insgesamt etwas zuversichtlicher als Handel und Service.

„Die Wirtschaft befindet sich derzeit weniger in einer Erholung als unter dem Druck zur Neuorientierung. Zwar stabilisiert sich die Stimmung punktuell, zugleich verlagern sich die Belastungen von einer schwachen Nachfrage hin zu geopolitischen Unsicherheiten, steigenden Kosten und Handelshemmnissen“, sagt Dr. Ralf Deckers, Bereichsleiter Strategic Insights & Analytics beim IFH Köln.

Der Branchenindex untersucht zudem den Einsatz künstlicher Intelligenz. Sie wird bislang vor allem für die Content Erstellung und medienbezogene Anwendungen genutzt. Als größte Hürden nennen die Unternehmen fehlendes Know how und die Integration in bestehende Systeme. Hinzu kommen Budgetfragen, begrenzte Ressourcen sowie Datenschutz und Sicherheitsrisiken.

Für die Untersuchung wurden im Juni und Juli 2026 weltweit 667 Vertreter aus Industrie, Handel und Service befragt. 68 Prozent der Teilnehmer stammen aus Europa, 20 Prozent aus Asien und acht Prozent aus Amerika. Die erste Erhebungswelle fand zwischen Dezember 2025 und Januar 2026 statt.
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