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Tuesday, 13. October 2026
Frankfurter Buchmesse 12.10.2026
Die Frankfurter Buchmesse 2026 hat mit 236.000 Besucherinnen und Besuchern das hohe Vorjahresniveau gehalten. Rund 4.000 Aussteller und mehr als 3.800 Veranstaltungen prägten die 78. Ausgabe. Im Mittelpunkt standen internationale Geschäfte, künstliche Intelligenz und neue Medienformate.

Die 78. Frankfurter Buchmesse hat ihre Position als internationaler Treffpunkt der Buch und Medienbranche bestätigt. Insgesamt kamen 236.000 Besucherinnen und Besucher aus 137 Ländern nach Frankfurt. Davon entfielen 119.000 auf das Fachpublikum und 117.000 auf private Besucherinnen und Besucher. Rund 4.000 Aussteller nahmen teil. Auf dem Messegelände und darüber hinaus fanden mehr als 3.800 Veranstaltungen statt.
„Diese Frankfurter Buchmesse hat gezeigt, dass die Zukunft des Buches an mehreren Orten zugleich gestaltet wird: an den Tischen der Rechte-Händlerinnen, in der Debatte über KI und Publikationsfreiheit sowie in der direkten Begegnung mit Leserinnen. Frankfurt führt diese Orte zusammen. Hier handelt die Branche, spricht über die Bedingungen ihrer Zukunft und feiert die Literatur gemeinsam mit den Leser*innen“, sagt Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse.
Auch Sebastian Guggolz, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, verwies auf die großen Herausforderungen der Branche. Dazu zählen aus seiner Sicht die sinkende Lesekompetenz junger Menschen, die wirtschaftliche Lage sowie die Folgen künstlicher Intelligenz für Verlage und Buchhandel. Die weiterhin hohe öffentliche Aufmerksamkeit für die Messe gebe dennoch Anlass zu Zuversicht.
Positiv bewertet wurde nach Angaben der Veranstalter das neue Hallenlayout. Aussteller und Besucher hätten vor allem die bessere Orientierung und die großzügigere Aufteilung hervorgehoben. Hanser Verleger Jo Lendle sprach von „mehr Luft, weniger Stau“ und einer spürbaren Verbesserung an den Publikumstagen.
Wachstum zeigte sich insbesondere im Hörbuchbereich. Auf der Messe waren mehr Anbieter vertreten als zuvor. Spotify kündigte die Expansion seines Hörbuchangebots in 180 weitere Märkte an. Audible stellte zudem Ergebnisse einer internationalen Kundenbefragung vor, die auf steigende Hörzeiten und wachsende Nutzerzahlen hinweisen.
Mit dem Book to Screen Day rückte zugleich die Verwertung von Buchstoffen für Film und Serien stärker in den Mittelpunkt. Verlage, Agenturen und Produktionsunternehmen diskutierten über Rechte, Adaptionen und neue Vermarktungsmöglichkeiten. Zu den Programmpunkten gehörten Gespräche über europäische Verfilmungstrends sowie über die geplante Adaption von Jenny Erpenbecks „Heimsuchung“.
Auch Fragen zur Publikationsfreiheit, digitalen Kontrolle und demokratischen Öffentlichkeit spielten eine zentrale Rolle. Im Programm Frankfurt Calling fanden 125 Veranstaltungen an 14 Orten statt. Der erstmals verliehene IPA Freedom of Expression Defenders Award ging an die US amerikanische Media Coalition.
Ehrengast der Buchmesse war Tschechien. Unter dem Motto „Ein Land an der Küste“ präsentierte sich das Land mit mehr als 100 Veranstaltungen und 75 Autorinnen und Autoren. Der 2.300 Quadratmeter große Pavillon verband Literatur, Veranstaltungen und digitale Anwendungen.
Am Wochenende rückten verstärkt publikumsorientierte Formate in den Mittelpunkt. Romance, Fantasy, Manga, Cosplay, Hörbücher, Podcasts und Kinderliteratur sorgten für hohe Frequenz. Die neue Community Stage in der Festhalle und eine Content Creator Lounge unterstrichen die wachsende Bedeutung digitaler Communities für die Buchbranche.
Die 79. Frankfurter Buchmesse findet vom 6. bis 10. Oktober 2027 statt. Ehrengast wird Chile sein.
buchmesse.de