Umbau unter Druck
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Friday, 17. July 2026
HDE 17.07.2026
Die wirtschaftliche Lage im deutschen Einzelhandel bleibt angespannt. Nach einer aktuellen HDE-Unternehmensumfrage bewerten viele Händler ihre Geschäftslage als schlecht. Der Verband fordert deshalb rasche politische Maßnahmen zur Stärkung der Branche.

Viele Einzelhändler in Deutschland sehen sich in schwierigem Fahrwasser. Steigende Kosten für Energie, Beschäftigung und Wareneinkauf treffen auf stagnierende Umsätze und sinkende Gewinne. Das geht aus einer aktuellen Unternehmensumfrage des Handelsverbandes Deutschland (HDE) unter rund 600 Handelsunternehmen hervor.
Nach der Umfrage bewerten 42 Prozent der befragten Unternehmen ihre derzeitige Geschäftslage als schlecht. Bei fast zwei Dritteln hat sich die Situation im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum verschlechtert. Vor einem Jahr lag dieser Wert noch bei 51 Prozent. Gleichzeitig berichten 69 Prozent der Unternehmen von rückläufigen Gewinnen.
„Die Lage kann und darf uns nicht zufriedenstellen. Die Stimmung bei Verbrauchern und Unternehmen ist auf dem gleichen Niveau wie im zweiten Corona-Lockdown. Die Situation ist noch dramatischer als sie es im eher bescheidenen Vorjahr bereits war“, erklärt HDE-Präsident Alexander von Preen.
„Das Problem für viele Unternehmen sind die steigenden Kosten für Beschäftigung, Energie und Wareneinkauf – bei gleichzeitig stagnierenden Umsätzen“, führt von Preen weiter aus.
Auch der Ausblick fällt verhalten aus. Für das laufende Jahr rechnen 65 Prozent der befragten Unternehmen mit Umsätzen leicht oder deutlich unter dem Vorjahresniveau. Im vergangenen Jahr lag dieser Anteil noch bei 53 Prozent. Lediglich 18 Prozent erwarten Umsatzsteigerungen gegenüber 2025.
An seiner Jahresprognose hält der HDE dennoch fest. Der Verband rechnet für 2026 mit einem nominalen Umsatzplus von zwei Prozent auf insgesamt 697,4 Milliarden Euro. Davon entfallen 601,1 Milliarden Euro auf den stationären Einzelhandel und 96,3 Milliarden Euro auf den Online-Handel.
„Der Einzelhandel ist wichtiger Wirtschaftsfaktor und eine wichtige Säule für die gesamte Gesellschaft. Das große Engagement der Branche in den Innenstädten, in der kommunalen Arbeit vor Ort und in Ehrenämtern ist für alle unverzichtbar. Auch deshalb muss die Politik nun sehr schnell die richtigen Entscheidungen treffen und umsetzen, um die Rahmenbedingungen zu verbessern“, betont Alexander von Preen. Die jüngsten Einigungen der Koalition seien ein wichtiger erster Schritt, es gebe aber weiterhin erheblichen Handlungsbedarf.
Zudem warnt der HDE vor einer Abschaffung oder Verschlechterung der Minijob-Regelungen. „800.000 Minijobber im Einzelhandel und viele Unternehmen in der Branche sind auf einen vernünftigen und zukunftssicheren Umgang mit dieser Beschäftigungsform angewiesen. Da sollte die Politik nicht mit den Lebensmodellen vieler Menschen spielen“, erklärt von Preen. Darüber hinaus fordert der Verband einen verbindlichen Deckel von 40 Prozent bei den Lohnnebenkosten.
einzelhandel.de