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ifo Institut 10.06.2026

Fußball-WM sorgt für vorsichtigen Optimismus

Kurz vor großen Fußballturnieren blicken viele Unternehmen in Deutschland etwas zuversichtlicher auf die kommenden Monate. Das zeigen Auswertungen des ifo Instituts. Der Effekt bleibt jedoch begrenzt und verschwindet meist innerhalb eines halben Jahres nach dem Turnier.

Kurz vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 blicken viele Unternehmen etwas optimistischer auf die kommenden Monate.
Kurz vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 blicken viele Unternehmen etwas optimistischer auf die kommenden Monate.© Foto: KI-generiert/PBS Report

Wenn eine Fußball-Weltmeisterschaft oder Europameisterschaft näher rückt, steigt in deutschen Unternehmen offenbar nicht nur die Vorfreude auf das Sportereignis, sondern auch der Optimismus hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung. Darauf weist eine aktuelle Analyse des ifo Instituts hin, die auf den Ergebnissen der monatlichen Konjunkturumfragen basiert.

Nach Angaben der Münchner Wirtschaftsforscher erhöht sich in den beiden Monaten vor Turnierbeginn die Wahrscheinlichkeit, dass Unternehmen bessere Geschäfte erwarten, um rund sechs Prozentpunkte. Die Einschätzungen zur aktuellen Geschäftslage verändern sich dagegen kaum.

„Die Vorfreude auf ein großes Turnier wirkte sich bisher oft positiv auf die Erwartungen in den Chefetagen aus. Der Effekt ist aber eher klein und klingt innerhalb von sechs Monaten nach Ende des Turniers ab“, erklärt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo Umfragen. „Bei den Einschätzungen zur aktuellen Geschäftslage sahen wir hingegen kaum Reaktionen.“

Die Untersuchung zeigt zudem, dass die Reaktionen der verschiedenen Wirtschaftsbereiche weitgehend ähnlich ausfallen. Sowohl Unternehmen aus der Industrie als auch Dienstleister sowie Groß- und Einzelhändler bewerten ihre Zukunftsaussichten vor großen Fußballturnieren etwas positiver.

Mit Blick auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in Nordamerika sehen die Forscher allerdings nur unter einer Bedingung das Potenzial für einen nachhaltigen wirtschaftlichen Effekt. „Die Forschung zeigt, dass Weltmeister-Länder tatsächlich einen realen Wachstumsschub verzeichnen. Ab Platz zwei bleibt es bei der Begeisterung und die verfliegt schnell wieder“, sagt Wohlrabe.

Für die Analyse wertete das ifo Institut rund 2,2 Millionen Unternehmensbeobachtungen aus Industrie, Dienstleistungssektor sowie Groß- und Einzelhandel aus. Grundlage waren die monatlichen ifo Konjunkturumfragen zu insgesamt 17 internationalen Fußballturnieren zwischen 1991 und 2024.
ifo.de